Surge vs Centurions 2021 00078

Zweifel an neuen Vertragsgrundlagen der AFLE

Zuletzt geändert: 22. Januar 2026Von

Nach der Veröffentlichung unseres kritischen Artikels zur neuen Football-Liga AFLE wurde erklärt, das zugrunde liegende Term Sheet sei veraltet. Belege für eine überarbeitete Fassung fehlen bislang. Solange keine neuen Vertragsbedingungen öffentlich vorliegen, bleibt die Bewertung auf Basis des bekannten Dokuments maßgeblich.

Einen Tag nach Veröffentlichung der Analyse zur AFLE wurde aus dem Umfeld der Liga kommuniziert, das verwendete Term Sheet sei nicht mehr aktuell. Eine neue Version wurde jedoch nicht vorgelegt. Damit bleibt unklar, ob und in welchem Umfang sich die Vertragsgrundlagen tatsächlich geändert haben. Für eine sachliche Einordnung ist weiterhin das bislang bekannte Term Sheet heranzuziehen. Dieses war nachweislich Grundlage für Gespräche und Zusagen einzelner Teams. Die Diskussion wirft grundsätzliche Fragen zur wirtschaftlichen Bewertung und Entscheidungsfindung beteiligter Franchises auf.


Unklare Vertragslage nach öffentlicher Kritik

Nach Angaben aus Liga-nahen Kreisen soll das kritisierte Term Sheet inzwischen überarbeitet worden sein. Eine Veröffentlichung oder belastbare Hinweise auf konkrete Änderungen stehen jedoch aus. Weder Inhalte noch ein Zeitstempel einer neuen Fassung wurden bislang offengelegt.

Solange neue Vertragsbedingungen nicht transparent vorliegen, gilt aus journalistischer Sicht der zuletzt bekannte Stand. Dieser bildet weiterhin die einzige überprüfbare Grundlage für eine wirtschaftliche und strukturelle Bewertung der AFLE.


Zusagen auf Basis des bekannten Term Sheets

Fest steht: Bis zum 3. November lagen Zusagen einzelner Teams zur Teilnahme an der AFLE vor. Diese Zusagen erfolgten nach übereinstimmenden Informationen auf Grundlage des nun als „veraltet“ bezeichneten Term Sheets.

Aus ökonomischer Perspektive wirft das Fragen auf. Sollten Teams verbindliche Zusagen unter Bedingungen gegeben haben, die später als unzureichend oder problematisch erkannt wurden, deutet dies auf Defizite in der wirtschaftlichen Prüfung hin. Gerade bei langfristigen Ligaprojekten sind fundierte Vertragsanalysen und Risikobewertungen zentral.


Fehlende Expertise als strukturelles Risiko

Sport-Franchises bewegen sich zunehmend in komplexen wirtschaftlichen Konstrukten. Neben dem sportlichen Betrieb spielen Finanzierung, Vertragsrecht, Medienrechte und Investorenmodelle eine zentrale Rolle. Ohne entsprechendes Fachwissen oder externe Beratung steigt das Risiko erheblich.

Experten weisen darauf hin, dass fehlende Kompetenz in diesen Bereichen nicht nur einzelne Standorte gefährdet, sondern das gesamte Ligakonstrukt destabilisieren kann. Fehlentscheidungen auf Vertragsbasis lassen sich später oft nur unter hohen Kosten oder gar nicht mehr korrigieren.


Experteneinschätzung zur Kritik am AFLE-Modell

Im Rahmen der weiteren Recherche wurden Wirtschaftsexperten, Juristen und Personen mit Erfahrung im professionellen Sportmanagement zu Rate gezogen. Sie prüften sowohl das bekannte Term Sheet als auch die auf Reddit formulierten Kritikpunkte.

Die zentrale Frage lautete: Wie plausibel sind die dort geäußerten Vorwürfe aus fachlicher Sicht?

Zentrale Ergebnisse der Expertenbewertung:

  • Intransparente Vertragsgrundlage:
    Die fehlende Veröffentlichung einer aktualisierten Fassung untergräbt das öffentlich betonte Transparenzversprechen.

  • Einseitige Risikoallokation:
    Die im Term Sheet verankerten Mechanismen begünstigen den Investor strukturell, während Teams operative und finanzielle Risiken tragen.

  • Begrenzte Mitbestimmung der Franchises:
    Die wirtschaftliche Kontrolle liegt nicht bei den Teams, sondern bei der zentralen Gesellschaft.

  • Hohe finanzielle Vorleistungen:
    Escrow-Zahlungen, Buy-ins und Nachweispflichten stellen für viele Standorte eine erhebliche Hürde dar.

  • Fehlende Umsatzbeteiligung:
    Einnahmen fließen primär zentral, Ausschüttungen an Teams erfolgen nur bei Gewinnen und nachrangig.

  • Langfristige Belastung durch Exit-Regelungen:
    Fixierte Rückzahlungsansprüche und laufende Beteiligungen können künftige Entwicklung und Investoreninteresse bremsen.


Fazit: Transparenz bleibt entscheidend

Die Diskussion um ein angeblich überholtes Term Sheet ändert bislang nichts an der grundsätzlichen Kritik. Ohne Veröffentlichung neuer Vertragsbedingungen bleibt die bisherige Analyse gültig. Dass Teams bereits unter diesen Voraussetzungen Zusagen erteilt haben, wirft Fragen nach wirtschaftlicher Sorgfalt und professioneller Begleitung auf.

Für ein nachhaltiges Ligaprojekt sind Transparenz, nachvollziehbare Vertragsstrukturen und eine ausgewogene Risiko- und Ertragsverteilung entscheidend. Solange diese Punkte nicht geklärt sind, bleibt die Skepsis gegenüber dem AFLE-Modell bestehen – bei Experten ebenso wie bei Beobachtern der Football-Szene.

Die große Mehrheit der im Reddit-Artikel getroffenen Aussagen ist durch das Term Sheet belegbar oder zumindest plausibel ableitbar.

Hier eine strukturierte Auflistung:


1. Eigentum & Kontrolle der Liga

Artikelbehauptung:
Die Liga gehört wirtschaftlich nicht den Teams, sondern dem Investor über die Promotion GmbH.

Term Sheet:

  • Promotion GmbH hält exklusiv alle Marketing-, Medien-, Sponsoring- und Verwertungsrechte (Clause 6).

  • Gesellschafter der Promotion GmbH sind Investor (und ggf. weitere Investoren), keine Franchises.

  • Franchises erhalten lediglich Mitgliedschaft/Lizenz über den Verband.

Bewertung:
✔️ Sachlich korrekt.
Die Teams sind keine Eigentümer der wirtschaftlichen Einheit. Die Darstellung als „Lizenznehmer“ ist juristisch zutreffend.


2. Garantierte Zahlungen (€300k / €325k)

Artikelbehauptung:
Die garantierten Zahlungen sind keine Geschenke, sondern vorgezogene Gewinnansprüche, zeitlich begrenzt.

Term Sheet:

  • Garantierter Mindestbetrag EUR 300.000, nur für die ersten zwei Jahre (Clause 8).

  • Garantie wird euro-für-euro auf spätere Gewinnanteile angerechnet (Footnote 10).

  • Auszahlung verteilt über die Saison, ausdrücklich keine Budgetgrundlage.

Bewertung:
✔️ Korrekt.
Der Artikel beschreibt das ökonomische Wesen richtig. Es handelt sich um vorgestreckte Gewinnbeteiligung, nicht um Subvention.

🟡 Hinweis: Die im Artikel genannte Zahl 325.000 € findet sich im Term Sheet nicht. Korrekt sind 300.000 €.


3. Einnahmenverteilung / „75-Prozent-Regel“

Artikelbehauptung:
Es gibt keine pauschale 75-%-Revenue-Share-Regel, keine direkte Umsatzbeteiligung der Teams.

Term Sheet:

  • Teams erhalten keinen Anteil am Umsatz, sondern nur Gewinnanteile.

  • Gewinne werden berechnet nach Abzug aller Kosten, inkl.:

    • Investor-Zinsen (12 %)

    • Investor-Revenue-Share (5 % brutto!)

  • Option 3 sieht 75 % eines Profit Shares, nicht 75 % der Umsätze.

Bewertung:
✔️ Inhaltlich richtig.
Der Artikel entlarvt korrekt die kommunikative Vermischung von Umsatz- und Gewinnbeteiligung.


4. Finanzielle Verpflichtungen der Teams

Artikelbehauptung:
Es existieren reale finanzielle Risiken für Teams.

Term Sheet:

  • 30.000 € Escrow verpflichtend, Verfall bei Ausstieg (Clause 11).

  • Mögliche Buy-ins bis 600.000 € + Aufschläge (Clause 8).

  • Verpflichtung zum Nachweis finanzieller Stabilität für eine ganze Saison (Clause 12).

  • Break-Up-Clause mit gemeinsamer Haftung bei Exit (Clause 10).

Bewertung:
✔️ Vollständig korrekt.
Von „risikofrei“ kann keine Rede sein.


5. Rückzahlung der 10 Mio. € / Investorenschutz

5.1 12 % Zinsen p.a.

✔️ Explizit im Term Sheet verankert (Clause 5).

5.2 5 % Umsatzbeteiligung auf Bruttoerlöse

✔️ Perpetual, unabhängig von Profitabilität (Clause 5).

5.3 Exit-Multiples (2x / 2,5x / 3x)

✔️ Wortgleich im Term Sheet geregelt.

5.4 Teilrückzahlungen ändern die Struktur nicht

✔️ Korrekt interpretiert.
Zinsen und Multiple sinken proportional, Revenue Share bleibt dauerhaft bestehen.

Gesamtbewertung:
✔️ Sehr präzise und korrekt analysiert.


6. Ökonomische Asymmetrie

Artikelbehauptung:
Investor ist strukturell abgesichert, Teams tragen operative Risiken.

Term Sheet:

  • Investor erhält:

    • Zinsen

    • Umsatzanteil

    • Exit-Multiple

    • Zwei volle Profit Shares

  • Teams:

    • Keine Eigentumsrechte

    • Nachrangige Gewinnausschüttung

    • Finanzielle Sicherheiten und Haftungen

Bewertung:
✔️ Sachlich richtig.


7. Deal-Bewertung aus Teamsicht

Artikel:
Kein guter Deal für Teams.

Bewertung:
🟡 Wertung, aber sachlich begründet.
Die Schlussfolgerung ist plausibel, da sie logisch aus den Vertragsbedingungen folgt. Journalistischer Kommentar, kein Fakt.


8. Keine echte Partnerschaft

Artikelbehauptung:
Kontrolle bleibt beim Investor.

Term Sheet:

  • Investor ernennt Management & Commissioner (Clause 7).

  • Veto-Rechte der Teams erst nach drei Jahren und nur per Supermajority.

  • Investor hat 2 Stimmen bei Supermajority-Entscheidungen.

Bewertung:
✔️ Korrekt.


9. Exit-Struktur als Wachstumsbremse

Artikel:
Hohe Exit-Lasten schrecken Folgeinvestoren ab.

Term Sheet:

  • Fixierte Rückzahlungsansprüche bis 3x Kapital + Zinsen.

  • Dauerhafte Umsatzbeteiligung bleibt bestehen.

Bewertung:
🟡 Ökonomisch plausibel, aber prognostisch.
Keine falsche Aussage, aber Zukunftsbewertung.


10. Szenario ohne Gewinne (3–5 Jahre)

Artikel:
Teams gehen leer aus, Investor verdient weiter.

Term Sheet:

  • Umsatzbeteiligung & Zinsen auch bei Verlusten vorgesehen (Clause 5, Footnote 3).

  • Garantien enden nach 2 Jahren.

Bewertung:
✔️ Vollständig korrekt.


11. Übernahmerisiko / Debt-to-Equity

Artikel:
Gefahr einer schleichenden Übernahme.

Term Sheet:

  • Kein expliziter Debt-to-Equity-Mechanismus geregelt.

  • Aber: Investor kann Rechte frei abtreten (Clause 12).

  • Teams haben keine gesellschaftsrechtliche Abwehrposition.

Bewertung:
🟡 Plausible Risikoanalyse, aber nicht ausdrücklich geregelt.
Als Szenario kenntlich machen, nicht als Fakt formulieren.


12. Vergleich mit ELF

Artikel:
ELF bot Umsatzbeteiligung und Team-Ownership-Optionen.

Term Sheet:

  • Verweist selbst mehrfach auf ELF als Vergleichsrahmen (Clauses 7, 12, 14).

Bewertung:
✔️ Sachlich zulässiger Vergleich.


13. Einordnung der EFA-Ablehnung

Artikel:
Ablehnung als rationale Selbstverteidigung.

Bewertung:
🟡 Meinung, aber logisch hergeleitet. Kein Widerspruch zum Term Sheet.


14. Transparenz vs. Investor-Intransparenz

Artikel:
Investorstruktur unklar, Widerspruch zur Transparenzrhetorik.

Term Sheet:

  • Investor genannt: SOFOS Partners, LP.

  • Assignment-Recht erlaubt Weitergabe an andere Vehikel.

  • Keine Pflicht zur Offenlegung wirtschaftlich Berechtigter.

Bewertung:
✔️ Kritik berechtigt.
Die Struktur erlaubt Intransparenz, auch wenn formal ein Investor benannt ist.


Gesamtfazit

Plausibilität:
🟢 Sehr hoch

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