AFCV NRW veranstaltet historisches First GreenMachine Combine in Bochum
Wer am Sonntag den Nebenplatz des Lohrheide-Stadions in Bochum-Wattenscheid betrat, fühlte sich unweigerlich an den alljährlichen NFL Combine in Indianapolis erinnert. In farblich streng getrennten Jerseys – helle Trikots für die Offense, schwarze für die Defense und das klassische rote „No-Contact“-Jersey für die Quarterbacks – pitchten rund 100 Youth-Athletes ihre Skills vor den Augen der Scouts. Es war das erste offizielle Combine der Flag-Auswahlen des AFCV NRW, und es markierte den Startschuss für das GreenMachine-Auswahljahr 2026/27.
VALD-System liefert die Daten: Diagnostik auf NFL-Niveau
Der Verband überließ bei diesem historischen Event nichts dem Zufall. „Es ist geschriebene Geschichte in diesem Sport in NRW“, bilanzierte Sammy Schmale, Leiter des NRW-Landesstützpunkts Flag, sichtlich zufrieden. Dank der Kooperation mit dem Olympiastützpunkt Bochum stand den Coaches das innovative VALD-System zur Verfügung. Statt ungenauer Handstoppung lieferte modernste Laser- und Analysetechnik knallharte Daten. Die Prospects der Altersklassen U15 und U17 (Boys) sowie U17 (Girls) wurden durch die klassischen Drills gepeitscht: Lineare Sprints über 5, 10 und 20 Yards, Richtungswechsel- und Agility-Drills sowie spezifische Backpedal-Tests standen auf dem Programm.
Schmale betonte im Interview den unschätzbaren Wert dieser Daten: „Wir verlassen uns nicht nur auf das, was das Auge im Moment sieht. Durch die starken technischen Möglichkeiten bekommen wir glasklare Analysen der athletischen Fähigkeiten, auf denen wir die kommenden Roster-Decisions aufbauen können.“
Scouting-Report: Girls überzeugen als Unit, Heavy Hitters bei den Boys
Beim Blick auf die Auswertung zeigt sich ein interessantes Scouting-Bild. Das erstmals gesichtete U17-Mädchen-Team präsentierte sich als extrem homogene Unit. Laut Schmale gab es „keine Ausreißerinnen nach oben oder unten“, was für den Teambuilding-Prozess im Flag Football (5-gegen-5) ein riesiger Vorteil ist. Das Feld der Boys in den Divisions U15 und U17 präsentierte sich athletisch etwas gestreuter, lieferte den Scouts dafür aber einige „High-End-Kandidaten“ mit spektakulären Werten in den Speed- und Agility-Tests.
Gleichzeitig wurde das Fundament auf der wichtigsten Position des Spiels gestärkt: Im integrierten QB-Camp arbeiteten die 10- bis 15-jährigen Signal Caller an ihren Mechanics, dem Footwork und Release. Ein absoluter Win-Win-Termin, da auch zahlreiche lizenzierte Vereins-Coaches als Hospitanten zugelassen waren, um das Ausbildungsprogramm direkt in die Base-Teams zu exportieren.
Road to the Jugendländerturnier 2027
Das Combine war das erste von zwei verpflichtenden Key-Events auf dem Weg zum Jugendländerturnier 2027. AFCV NRW-Präsident Peter Springwald zeigte sich mit dem Verlauf des Hamburger- bzw. US-Style-Combines hochzufrieden. Die finale Phase der Roster-Cuts beginnt im Juli: Am 5. Juli bitten die Coaches die U15-Jungs und U17-Mädchen zu den teamspezifischen Tryouts, am 12. Juli folgt die U17-Boys-Class. Gefahren wird dann auf der Sportanlage „Die Dicke Bank“ in Bochum. Um die Nachhaltigkeit des Programms zu sichern, hat der Verband für den Herbst bereits zwei weitere computergestützte Leistungstests angesetzt. Das Fundament für die olympische Zukunft im Westen steht.
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