Bei den Spielen in der NBA, NFL oder auch NHL ist die Nationalhymne vor der Partie ein wichtiges patriotischer Teil der Inszenierung des Events. Nicht erst seit Colin Kaepernick, der auf Knien bei der Hymne am Spielfeldrand zu sehen ist, gibt es innerhalb der USA eine Diskussion zum „korrekten Verhalten“ während der Nationalhymne.

Seit dem vermehrt farbige Menschen in den USA aus reiner Willkür zum Teil schwerste Schikanen seitens der Polizei erdulden müssen, gibt es immer mehr Nachahmer, die es Kaepernick gleich tun. Nun sorgt aber ein Tweet des neuen US-Präsidenten Donald Trump einen weiteren negativen Höhepunkt in der langen Geschichte dieser Diskussion.

Trump bezeichnete die Spieler als respektlose Hurensöhne. Eine klare Aussage, die nun von einigen Teamnbesitzern scharf kritisiert wird. Selbst Unterstützer Trumps während des Wahlkampfes spucken deutliche Töne, nach dieser Entgleisung im Social Media und auf einer Wahlkampfveranstaltung in Huntsville, Alabama. Selbst Patriots-Besitzer Robert Kraft, Freund und Unterstützer Trumps, zeigte sich tief enttäuscht über die Aussagen des Präsidenten.

Immer mehr Sportler beziehen Stellung zur öffentlichen Anfeindung des Präsidenten. Auch die Einladung des NBA-Champions, der Golden State Warriors wurde seitens des Weißen Hauses zurückgezogen.

Patrick Dirksmeier

Gleich drei NFL-Teams brachten es am Sonntag sogar soweit, gar nicht erst zur Nationalhymne auf dem Rasen zu erscheinen. So blieben die Pittsburgh Steelers, die Seattle Seahawks und auch die Tennessee Titans aus Protest in der Kabine. Trotz der deutlichen Regularien seitens der NFL und eigentlich hohen Geldstrafen, will die National Football League keine Strafen aussprechen. Auch die Ligen in den USA stehen hinter ihren Spielern.

Reaktionen aus den Teams:

Richard Sherman – Seattle Seahawks (NFL): „Das Verhalten des Präsidenten ist nicht akzeptabel und muss angesprochen werden. Wer diese entzweiende Rhetorik nicht verurteilt, stimmt ihr stillschweigend zu.“ 

Michael Jordan – Teambesitzer Charlotte Hornets (NBA): „Wer das Recht nutzt, sich friedlich auszudrücken, darf nicht dämonisiert oder geächtet werden.“

Steve Kerr – Trainer Golden State Warriors (NBA): „Bei allem Respekt, Mister Trump, der Punkt ist der: Sie sind der Präsident. Sie repräsentieren uns alle. Spalten sie uns nicht. Vereinen sie uns.“

Russell Okung – Los Angeles Chargers (NFL):  „Er lenkt die Aufmerksamkeit weg von Dingen, auf die er sich wirklich konzentrieren sollte.“

Alex Smith – Kansas City Chiefs (NFL): „Derselbe Kerl, der es nicht fertigbrachte, gewalttätige Neo-Nazis zu verdammen, aber er verdammt Jungs, die sich bei der Nationalhymne hinknien.“ 

 

 

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