Das nennt man wohl einen Saisonstart nach Maß: Mit 52:9 besiegten die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag die Marburg Mercenaries beim GFL-Season-Opener im Haller OPTIMA Sportpark. Für die Haller ein verdienter, wenn auch etwas zu hoch ausgefallener Sieg.

Trotz nasskaltem Wetter fanden am Samstag 1.603 Zuschauer in den Haller OPTIMA Sportpark um den GFL-Saisonauftakt 2019 mitzuerleben. Ein knappes Spiel hatte man zwischen den heimischen Unicorns und den Marburg Mercenaries erwartet, doch darin wurde man enttäuscht. Lediglich bis Mitte des zweiten Viertels gestaltete sich die Partie ausgeglichen. Danach zeigten die amtierenden Deutschen Meister wer Herr im Haus war, auch wenn das Endergebnis von 52:9 am Ende zu hoch für die tatsächlich gezeigten Leistungen ausfiel.

Denn auch bei den Unicorns lief am Samstag noch lange nicht alles rund. Die Haller Offense brauchte sehr lange, bis sie ihren Rhythmus fand, auch wenn sie gleich mit ihrem ersten Spielzug ein Statement setzte, das deutlicher nicht sein konnte. Der neue Haller Spielmacher Jadrain Clark hatte gerade zum ersten Mal das Feld bei einem Haller Punktspiel betreten und feuerte prompt einen 67-Yard-Pass ab. Als hätte es keine Winterpause gegeben landete dieser in den Händen von Tyler Rutenbeck, der ihn wie so oft in den letzten drei Jahren zum Touchdown und zur 6:0-Führung verwandelte.

Die große Punktausbeute hatten die Unicorns am Samstag auch einem hellwachen Junior Nkembi zu verdanken. Gleich zweimal gelang es ihm in den Special Teams Fehler der Marburger auszunutzen. Zunächst war es ein geblockter Extrapunktkick nach dem 6:6-Ausgleich der Hessen, bei dem Nkembi den freien Ball aufnahm und über 85 Yards zum 8:6 für Hall verwertete. Fünf Minuten vor Spielende sollte er dann noch einen Touchdown erzielen, nachdem er einen Fumble des hessischen Kickoff-Returners aufnehmen und über 18 Yards zurücktragen konnte.

Nach dem 8:6 dominierten die Verteidigungsreihen beider Teams das Spiel. Beiden Angriffsformationen war anzumerken, dass es wie üblich zum Saisonstart an vielen Stellen noch an der Feinabstimmung fehlte. So wechselte der Ballbesitz häufig per Befreiungskick bis erst vier Minuten vor der Pause weitere Punkte auf die Anzeigentafel kamen. Jadrian Clark erzielte mit einem 1-Yard-Lauf das 14:6, das 30 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff mit einem 30-Yard-Fieldgoal von Marburgs Kristof Szakacs auf 9:14 verkürzt wurde. Doch Nate Robitaille hatte die passende Antwort parat: Den Marburger Kickoff trug er über 83-Yards zum 21:9-Halbzeitstand (PAT Tim Stadelmayr).

Patrick Dirksmeier

In der zweiten Hälfte gab die Haller Offense mehr und mehr den Ton an und wurde dabei sehr gut von ihren Defense-Kollegen unterstützt. So zum Beispiel, als das Duo Clark-Rutenbeck sein zweites Big Play, diesmal über 70 Yards, zum 28:9 (PAT Stadelmayr) auf den Rasen zauberte und kurz darauf Simon Brenner den Ball per Interception von den Marburgern zurückholte.

Echtes Powerplay zeigten die Unicorns im letzten Viertel, in dem sie weitere 24 Punkte erzielen sollten. Ian Gehrke wurde von Clark über 12 Yards zum 35:9 bedient (PAT Stadelmayr) und wenig später erhöhte Tim Stadelmayr mit einem 43-Yard-Fielgoal, bei dem der Ball glücklich von der Innenseite der Torstange ins Tor sprang, auf 38:9. Es folgte besagter Fumble-Return von Junior Nkembi zum 45:9 (PAT Stadelmayr) und der Schlusspunkt war Backup-Quarterback James Slack überlassen. Er machte es Jadrian Clark nach und warf bei seinem ersten Spielzug an diesem Tag einen Touchdownspass über 34 Yards, aus dem Andre Feuerherdt den 52:9-Endstand (PAT Stadelmayr) machte.

Halls Head Coach Jordan Neuman sagte nach dem Spiel: „Das Ergebnis erzählt nicht die Geschichte dieses Spiels. Es war eine sehr schwere erste Halbzeit, gegen einen physisch starken Gegner. Wir haben uns am Anfang sehr schwer getan und am Ende haben unsere Special Teams, die uns 14 Punkte gebracht haben, auch eine große Rolle gespielt.“

Alles in Allem können die Unicorns mit dem Saisonstart 2019 sehr zufrieden sein. Auch der neue Quarterback Jadrian Clark hat sich gut eingeführt. Obwohl zwei seiner 29 Pässe in den Händen des Gegners landeten, erwarf er 319 Yards Raumgewinn und drei Touchdowns. 34 selbst erlaufene Yards und ein Touchdown per Lauf kommen noch hinzu. Zahlen, die sich sehen lassen können und zeigen, dass sich Clark schon gut im Haller Team zurechtfindet.

Quelle: Schwäbisch Hall Unicorns / Axel Streich

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