Die Schlinge zieht sich langsam zu. Worauf viele Football-Fans lange gewartet haben, wird spätestens 2023 wahr: Die NFL will ein offizielles Saisonspiel in Deutschland ausrichten.

„Es geht um eine längerfristige Partnerschaft“, darauf weißt die NFL international mit Sitz in London hin. Das bedeutet, dass einer der nun bekanntgegebenen Standorte über Jahre ein Spiel der NFL im Herbst ausrichten soll. Die drei finalen Bewerber stehen nun fest: Düsseldorf, Frankfurt und München.

Bis vor wenigen Tagen wurde auch Berlin noch in die Favoritenrolle gesteckt. Der Sportsenat der Stadt Berlin hat diesen Plänen jedoch eine Abfuhr erteilt. Auch die Laufbahn um das Spielfeld im Olympiastadion wäre für die NFL kaum attraktiv gewesen.

Beim German Bowl in Frankfurt wurde von einem Spiel im Jahr 2022 gesprochen. Tatsächlich hat die NFL den Plan, auch schon in der kommenden Saison ein Spiel in Deutschland auszutragen, jedoch wird diese Idee auch in England eher schwer umzusetzen sein, denn durch die Winter-Fußball-WM in Katar ist der Spielplan der Bundesliga und Premier League im Herbst voll, was ein logistisches Problem darstellen wird.

Während in England nur das Stadion der Tottenham Hotspurs direkt belegt wäre, sind in Deutschland alle drei Standorte von dieser Situation betroffen. Das Wembley Stadion wird nur von der Nationalmannschaft genutzt und hat somit noch Kapazitäten frei.

Welches deutsche Stadion hat die besten Chancen ?

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Wenn man die drei deutschen Bewerber einmal genaue runter die Lupe nimmt, stellt fest, dass in Frankfurt und Düsseldorf wohl die größeren Fanszenen im American Football zuhause sind. Auch hatten die ehemaligen Teams der Frankfurt Galaxy und Rhein Fire zu Zeiten der NFL Europe als einzige Franchises positive Zahlen geschrieben.

München zählt unter den Fans nicht nur aufgrund dieser Zahlen zum maximal zum „Geheimfavoriten“ auf ein NFL-Spiel. Der 26km entfernte Flughafen und auch die Entfernung zur Innenstadt ist nicht optimal. Eine Fan-Party wie in London wäre entweder auf den Parkplätzen oder auf dem Parkhaus auf dem Boulevard möglich. Das Spielfeld ist ausreichend, jedoch dürfte die Auslaufzone bis zu den Zuschauerrängen eher dünn sein. Eine Auspolsterung der Mauer würde die Kapazität der Allianz-Arena verkleinern.

Rechnen muss man eh mit einer reinen Sitzplatz-Kapazität. Düsseldorf wäre aber nicht nur dann das kleinste Stadion unter den Bewerbern. Die Nähe zum Flughafen wäre optimal, der Zubringer zur Innenstadt annehmbar. Was in Düsseldorf fehlt, ist ein geeigneter VIP- und  Medien-Bereich. Selbst bei Bundesliga-Begegnungen gerät man in der Merkur-Spiel-Arena schnell an seine Grenzen. Die Fanparty auf den Wiesen vor dem Stadion jedoch wären optimal für viele Aktionen, die von der NFL bei den International Games angeboten werden.

Frankfurt dürfte auf dem Papier klarer Favorit für die Austragung der NFL-Spiele in den kommenden Jahren sein. Seine zentrale Lage in Europa, mit dem Flughafen direkt um die Ecke stellen optimale Voraussetzungen dar. Das Stadion-Vorfeld für eine Fan-Party ist groß, die Anbindung einfach und schnell. Auch die passenden Hotels für Spieler und Offizielle sind binnen weniger Minuten zu erreichen. VIP- und Medien-Bereiche des Deutsche Bank Parks sind groß.

Auch die Nähe zu den verbliebenden Soldaten in der Rhein-Main Region, sowie das US-amerikanische Generalkonsulat runden die Verbindung der NFL zur Stadt Frankfurt ab. Auch wenn der Name Berlin bei den Amerikanern noch immer schwer wiegt, ist Frankfurt für Viele ein Begriff.

Welche Teams kommen nach Deutschland ?

Es ist sicherlich zu früh, um eine klare Aussage zu den Teams zu treffen, die sich für ein Saisonspiel nach Deutschland aufmachen werden, jedoch traf die NFL zumindest eine Entscheidung, in welche Richtung der Trend geht. Man will Teams bringen, die eine große Fanbase im Land haben.

Aufgrund der Erfolge hatten sich in den letzten Jahren viele Neu-Fans den New England Patriots zugewandt. Ob dieser Trend Bestand haben wird, bleibt beim sportlichen Tiefflug der Pats wohl abzuwarten. Größere Fanbases gibt es in Deutschland von den San Francisco 49ers, den Green Bay Packers, aber auch den Tampa Bay Buccaneers, die durch Tom Brady in den letzten Monaten stark angewachsen ist. Auch die Las Vegas Raiders oder Miami Dolphins haben in Europa eine große Beliebtheit.

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