Streit um Becherwürfe: DEG verschärft Maßnahmen, Kritik aus Fankreisen
Die DEG Eishockey GmbH reagiert auf Beschwerden über Becherwürfe aus dem Gästebereich im Oberrang. Nach dem Heimspiel gegen den ESV Kaufbeuren kündigte der Club verschärfte Maßnahmen an. Betroffen sind ausgewählte Gästefangruppen bei bestimmten Spielen. Fanvertreter, unter anderem aus Krefeld, weisen die Vorwürfe zurück. Die Debatte sorgt ligaweit für Kritik an den Maßnahmen.
DEG reagiert auf Beschwerden
Nach Angaben der DEG seien nach einem Heimspiel erneut Beschwerden eingegangen. Diese bezogen sich auf Becherwürfe aus dem Gästebereich im Oberrang. Das Phänomen sei in dieser Häufung neu für die DEL2. Zwar habe es auch in der DEL einzelne Vorfälle gegeben, ein regelmäßiges Auftreten durch Gästefans sei jedoch bislang unüblich gewesen.
Als erste Maßnahme ersetzte der Club Mehrwegbecher durch leichtere Plastikbecher. Ziel sei es gewesen, die Verletzungsgefahr zu reduzieren. Das Werfen selbst habe sich dadurch jedoch nicht unterbinden lassen.
Getränkeverbot für ausgewählte Gästefans
Die DEG kündigte daher weitergehende Schritte an. Bei ausgewählten Spielen gilt für bestimmte Gästefangruppen im Oberrang ein Verbot, Getränke mit in den Innenraum zu nehmen. Der Konsum ist dort nur noch im Umlaufbereich erlaubt. Die Regelung greift erstmals beim Spiel gegen die Starbulls Rosenheim. Weitere betroffene Gästefans kommen von den Krefeld Pinguinen und den Lausitzer Füchsen.
Zur Umsetzung will die DEG das Ordnerpersonal in den betroffenen Bereichen aufstocken. Der Club räumt ein, dass auch unbeteiligte Fans von den Maßnahmen betroffen sein können. Der Schritt diene dem Schutz anderer Zuschauerinnen und Zuschauer.
Fanprojekt widerspricht Darstellung
Der Vorstand des Fanprojekts Krefeld Pinguine e.V. weist die Vorwürfe gegen Krefelder Fans zurück. Nach Gesprächen mit zahlreichen Zeugen und Verantwortlichen, die beim Derby am 30. November 2025 in Düsseldorf im Stadion waren, seien keine Becherwürfe festgestellt worden. Beim Torjubel sei vereinzelt Bier in die Luft gegangen, Becher seien jedoch nicht in andere Blöcke oder den Unterrang geworfen worden.
Der Hinweis auf gefährdete Zuschauer im Unterrang sei aus Sicht des Fanprojekts nicht nachvollziehbar. Beim betreffenden Spiel sei der Unterrang vollständig von Krefelder Fans belegt gewesen. Pauschale Sanktionen gegenüber Gästefans lehnt das Fanprojekt ab.
Kritik an Einschränkungen der Fankultur
In der Stellungnahme wird zudem der Eindruck geäußert, der Stadionbesuch für Gästefans in Düsseldorf werde schrittweise unattraktiver gemacht. Genannt werden Einschränkungen bei Fahnen, Megafonen, Trommeln und nun auch beim Getränkeverkauf. Dies schade langfristig der Fankultur.
Auch aus anderen Fankreisen wird die Entscheidung der DEG kritisch gesehen. Nach Angaben aus dem Umfeld der Vereine gab es im Vorfeld keine direkten Gespräche zwischen den Clubs. Die Maßnahmen stoßen daher über die unmittelbar betroffenen Fangruppen hinaus auf Ablehnung.
Offene Fragen vor weiteren Spielen
Wie lange die Einschränkungen gelten sollen, ist bislang offen. Die DEG kündigte an, über weitere Entwicklungen zu informieren. Fanvertreter fordern einen Dialog zwischen Vereinen und Fanszenen. Ziel müsse ein sicherer Stadionbesuch sein, ohne die Atmosphäre und Fankultur pauschal einzuschränken.
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