Ein großer Schritt zurück beim AFVD
Der American Football Verband Deutschland verzichtet auf die Teilnahme der Herren-Nationalmannschaft an der Europameisterschaft 2026/2027. Finanzielle Unsicherheiten, offene sportliche Fragen und strukturelle Konflikte im europäischen Football führen zu der Entscheidung. Der Verband spricht von einer notwendigen Zäsur.
Der Rückzug der deutschen Herren-Nationalmannschaft aus dem EM-Zyklus 2026/2027 ist offiziell. Der AFVD konnte die von der IFAF geforderte finanzielle Zusage nicht fristgerecht leisten. Rund 100.000 Euro fehlen im Haushalt. Gleichzeitig läuft eine interne Aufarbeitung des sportlichen Abschneidens 2025 noch. Die Entscheidung markiert einen Einschnitt für den deutschen American Football.
Am 12. Januar 2026 informierte der AFVD die IFAF über den Verzicht auf die Teilnahme am kommenden Europameisterschaftszyklus. Der Weltverband hatte eine verbindliche Zusage bis Anfang Januar verlangt. Diese konnte der AFVD nicht geben. Zwar wurde um Aufschub bis Ende Februar gebeten, doch die IFAF lehnte ab. Begründet wurde dies mit der fortgeschrittenen Turnierplanung.
Finanzierungslücke im sechsstelligen Bereich
Für die Teilnahme an der EM wären knapp 100.000 Euro erforderlich gewesen. Diese Summe ist im aktuellen Haushalt nicht vollständig abgesichert. Eine Entscheidung über die Finanzierung sollte beim geplanten „AFVD-Bundestag 2030“ am 14. Februar 2026 in Frankfurt fallen. Die Veranstaltung ist als strategisches Forum mit Landesverbänden und Sparten angelegt und soll die Ausrichtung des Verbands für die kommenden fünf Jahre definieren. Dazu kam es in dieser Frage nicht mehr.
Parallel zur finanziellen Situation läuft die interne Bewertung des Abschneidens bei der EM-Endrunde 2025. Deutschland belegte beim Finalturnier in Krefeld den vierten Platz. Die Erwartungen nach dem Neustart der Herren-Nationalmannschaft im Jahr 2022 waren höher gewesen. Nach zehn Jahren ohne Nationalteam war die Euphorie groß, wurde sportlich jedoch nicht bestätigt.
Geringe Resonanz auf den Rängen
Auch die Zuschauerzahlen spielten eine Rolle. Bei den beiden EM-Spielen in Krefeld blieb das Interesse hinter den Erwartungen zurück. Innerhalb des Verbands wird dies als weiteres Signal gewertet, dass das aktuelle Modell der Nationalmannschaft an Grenzen gestoßen ist.
Zusätzliche Bedeutung misst der AFVD der Entwicklung im europäischen Football bei. Negativschlagzeilen rund um private Investorenligen prägen seit Monaten die öffentliche Wahrnehmung. Diese Strukturen gelten im Verband als schwer vermittelbar. Bislang hatte der AFVD daran festgehalten, die besten deutschen Spieler unabhängig von ihrer Liga für die Nationalmannschaft zu nominieren und teilweise mitzufinanzieren. Diese Linie steht nun zur Disposition.
Strategiewechsel hin zum Nachwuchs
Künftig setzt der Verband den Schwerpunkt auf die Nachwuchsentwicklung. Die Arbeit des Trainerstabs um Head Coach Peter Daletzki wird dabei als stabiler Baustein hervorgehoben. Geplant sind in den kommenden zwei Jahren Trainingscamps und Freundschaftsspiele, um junge Talente gezielt aufzubauen. Auf dieser Basis soll langfristig eine neue Generation an die Herren-Nationalmannschaft herangeführt werden.
In der zweijährigen Turnierpause will der AFVD klären, mit welchem sportlichen Konzept, welcher Struktur und welchem Personal eine Rückkehr zur Europameisterschaft möglich ist. Der Zeitpunkt bleibt offen. Fest steht nur: Der Rückzug ist weniger ein einzelner Schritt als Ausdruck eines umfassenden Umbruchs im deutschen American Football.
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