(c) Frank Hesse

Meister Potsdam erzielt 75 Punkte, Invaders und Unicorns dominieren weiter

Zuletzt geändert: 24. Mai 2026Von

Kantersiege, Hitzeschlachten und defensive Glanzleistungen prägten das Pfingstwochenende in der German Football League. Hier ist der umfassende Quarterback-Gridiron-Report aus den Stadien.

GFL NORD

Potsdam Royals 75 : 3 Braunschweig Lions

Meister Potsdam überrollt personell angeschlagene Lions mit historischer Punktejagd

Der amtierende Deutsche Meister, die Potsdam Royals, hat ein absolutes Offensiv-Feuerwerk abgebrannt und die personell geschwächten Braunschweig Lions im heimischen Stadion mit einer herben 75:3-Klatsche nach Hause geschickt. Unter hochsommerlichen Bedingungen fanden die Löwen über die gesamte Spielzeit hinweg kein Rezept gegen den bärenstarken Angriff der Brandenburger um Star-Quarterback Jaylon Bullock.

[ QUARTER-ERGEBNISSE ]
Braunschweig    0   0   0   3  │  3
Potsdam        32  22   7  14  │ 75

Die Partie wurde bereits im ersten Viertel zu einer einseitigen Angelegenheit. Bullock sezierte die Braunschweiger Secondary nach Belieben und warf vier Touchdown-Pässe – zwei davon auf E. Bakare –, was früh für eine uneinholbare 32:0-Führung sorgte. Die Angriffsformation der Lions um Quarterback Ryon Thomas wurde von der aggressiven Potsdamer Defensive komplett erstickt.

Im zweiten Quarter kam es für Braunschweig noch dicker: Nach einem eroberten Muff-Punt tief in der Potsdamer Hälfte keimte kurz Hoffnung auf, doch ein Passversuch von Thomas wurde von R. Tomasello abgefangen und über sensationelle 88 Yards zum Interception-Return-Touchdown zurückgetragen. Zur Halbzeit stand es bereits 54:0.

In der zweiten Hälfte schaltete Potsdam zwei Gänge zurück und rotierte fleißig durch. Die Lions belohnten sich im Schlussviertel zumindest mit dem Ehrenpunkt, als Kicker Mark Peschelt ein 37-Yard-Fieldgoal durch die Stangen jagte – vorausgegangen war der beste Drive der Braunschweiger durch starke Läufe von Nils Bünger und einen tiefen Passfang von Peter Anderson. Den Schlusspunkt setzte jedoch Potsdams Nachwuchs-Quarterback Moritz Richter mit einem 18-Yard-Lauf zum 75:3-Endstand.

Hildesheim Invaders 35 : 3 Düsseldorf Panther

Dezimierte Invaders trotzen der Hitzeschlacht und verteidigen die Tabellenführung

Die Hildesheim Invaders bleiben in der effect® Energy GFL das Maß der Dinge im Norden. Beim „Homecoming Gameday“ besiegten sie die Düsseldorf Panther auf dem Helios Field nach einem harten Abnutzungskampf mit 35:3. Trotz der extremen Hitze und dem Fakt, dass Head Coach Marcus Herford auf gleich 17 verletzte Spieler verzichten musste, zeigte sich die Hildesheimer Mannschaft in beeindruckender Verfassung.

Vor rund 1.200 Zuschauern dominierten im ersten Viertel zunächst beide Defensivreihen das Geschehen. Die Panther-Offensive um Ex-Invaders-Quarterback Isaiah Weed fand gegen die giftige Hildesheimer Abwehr um die Leistungsträger Kyle Kitchens und Can Geißler überhaupt nicht statt.

[ HIGHLIGHTS DER INVADERS ]
• Noah Bomba: Erzielte die ersten Punkte nach Hughes-Pass
• Pieter Solf: Wuchtiger Lauf kurz vor der Pause zum 14:0
• Paul Terjung: Überragende zweite Hälfte mit zwei Touchdowns

Zu Beginn des zweiten Viertels knackten die Gastgeber den Defensivriegel: Quarterback Nelson Hughes bediente Noah Bomba zum 7:0. Kurz vor der Pause erhöhte Pieter Solf auf 14:0, ehe Düsseldorf per spätem Fieldgoal den 14:3-Halbzeitstand markierte.

Nach dem Seitenwechsel schlug die Stunde von Hildesheims Receiver-Youngster Paul Terjung. In seiner erst zweiten GFL-Saison avancierte er zum Matchwinner und fing zwei aufeinanderfolgende Touchdown-Pässe von Hughes zur Vorentscheidung (28:3). Den Schlusspunkt zum 35:3-Endstand setzte schließlich Philipp Dolezal. Mit drei Siegen aus drei Spielen thronen die Invaders weiter an der Spitze und brennen nun auf das prestigeträchtige Niedersachsenderby in der kommenden Woche bei den Braunschweig Lions.

GFL SÜD

Saarland Hurricanes 13 : 49 Schwäbisch Hall Unicorns

Explosiver Kelley Joiner führt die Einhörner zum dritten Sieg in Serie

Die Schwäbisch Hall Unicorns reiten in der GFL Süd weiter auf einer Erfolgswelle und feierten bei den Saarland Hurricanes einen ungefährdeten 49:13-Auswärtssieg. Überragender Akteur des Tages war US-Runningback Kelley Joiner, den die saarländische Defensive zu keinem Zeitpunkt in den Griff bekam.

Es dauerte exakt einen einzigen Spielzug, da hatte Joiner das Feld bereits überbrückt: Mit einem spektakulären 79-Yard-Lauf erzielte er das blitzschnelle 7:0 für die Unicorns. Zwar antworteten die Hurricanes mit einem starken Kick-Return durch Joshua Youngblood, doch die Haller Defense unter Koordinator Cody Pastorino hielt in der Folge die Endzone sauber und ließ in der gesamten ersten Halbzeit nur magere zwei First Downs zu.

[ UNICORNS SCORING-BOARD ]
• K. Joiner: 2 Touchdowns (79-Yard & 73-Yard-Läufe)
• R. Pringle: 2 Touchdowns (19-Yard & 36-Yard-Pässe)
• L. Heidrich: 1 Rushing-TD, 3 Passing-TDs

Im zweiten Viertel baute Quarterback Lars Heidrich die Führung per 1-Yard-Lauf im vierten Versuch selbst aus, ehe er kurz darauf unter Druck einen präzisen 19-Yard-Touchdown-Pass auf Rayjuon Pringle feuerte (21:0). Kurz vor dem Pausenpfiff zündete erneut Joiner den Turbo und schüttelte bei einem phänomenalen 73-Yard-Lauf die gesamte Hurricanes-Abwehr zum 28:0-Halbzeitstand ab.

Nach dem Seitenwechsel keimte bei den Hausherren durch einen Touchdown von Leon Doll kurz Hoffnung auf, doch die Unicorns antworteten postwendend: Pringle trug den anschließenden Kickoff über 60 Yards zurück und fing wenig später den nächsten Pass von Heidrich in der Endzone (35:7). Ein tiefer 68-Yard-Pass auf Youngblood brachte dem Saarland noch einmal Punkte ein.

Überschattet wurde die Partie vor dem Schlussviertel von einer schweren Verletzung des Hallers Toni Trefzer (Kicker/Runningback), der dem Team laut Head Coach Felix Brenner wohl länger fehlen wird. Das Team bewies jedoch Moral und schraubte das Ergebnis durch Touchdowns von Marvin Fuchs und Mathis Harang zum verdienten 49:13-Endstand in die Höhe.

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