Historische Football-Krimis und gebrochene Serien in der GFL
Ein dramatisches Wochenende im deutschen Football brachte den Hildesheim Invaders den ersten Derby-Sieg seit 37 Jahren. Gleichzeitig mussten die Schwäbisch Hall Unicorns in Berlin ihre härteste Bewährungsprobe bestehen.
Das jüngste Spielwochenende der Ersten Football-Bundesliga (GFL) bot den Fans spektakuläre Duelle auf absolutem Spitzenniveau. Im Fokus stand vor allem das traditionsreiche Niedersachsen-Derby „The Clash“ zwischen den Braunschweig Lions und den Hildesheim Invaders. Vor einer Kulisse von 2.443 begeisterten Zuschauern im Braunschweiger Eintracht-Stadion lieferten sich die beiden Nord-Rivalen einen historischen Schlagabtausch auf Augenhöhe. Die Gäste aus Hildesheim behielten in einem wahren Herzschlagfinale in den Schlusssekunden hauchdünn mit 31:27 die Oberhand. Mit diesem Erfolg feierten die Invaders nicht nur ihren vierten Sieg im vierten Saisonspiel, sondern beendeten auch eine 37 Jahre anhaltende Serie ohne Derby-Sieg gegen Braunschweig.
Invaders brechen den 37 Jahre alten Derby-Fluch in Braunschweig
Schon vor dem Kickoff lag eine ganz besondere, spürbare Spannung über dem weiten Rund des Eintracht-Stadions. Die Braunschweig Lions zeigten von Beginn an, warum Tabellenstände in einem echten Lokalderby keine Rolle spielen. Lions-Quarterback Ryon Thomas erwischte einen herausragenden Tag und setzte bereits im ersten Angriffs-Drive ein dickes Ausrufezeichen. Mit einem spektakulären 46-Yard-Lauf entkam er der gesamten Hildesheimer Verteidigung und sorgte für die frühe Führung der Gastgeber. Bester Akteur auf Seiten der Lions war Quarterback Ryon Thomas. Der extrem mobile Spielmacher erzielte drei Touchdowns selbst per Lauf und sorgte mit knapp 200 Yards Raumgewinn immer wieder für wichtige Akzente in der Offensive.
Die Antwort der favorisierten Invaders ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Quarterback Nelson Hughes III bediente seinen Wide Receiver Philipp Dolezal mit einem präzisen 34-Yard-Pass in der Endzone zum schnellen 7:7-Ausgleich. Kurz vor der Halbzeitpause schlug die Stunde von Hildesheims Linebacker Frank Häring, der Ryon Thomas den Ball aus der Hand schlug. Willem Vancompernolle reagierte blitzschnell, sicherte den freien Ball und Nelson Hughes III bediente wenig später Lennart Stukenborg zur 14:7-Führung. Im Schlussviertel entwickelte sich das Duell endgültig zu einem echten Derby-Krimi. Nachdem Braunschweigs Peter Anderson einen Kickoff über 99 Yards zum 27:31-Anschluss zurückgetragen hatte, fing Brandon Potts eine seltene Interception von Hughes III ab. Die Lions marschierten in den letzten Sekunden erneut in Richtung Endzone, doch Defensive Lineman Kyle Kitchens stoppte Ryon Thomas im entscheidenden Moment.
Spannende Aufholjagd der Berlin Rebels fordert den Meister
„Zunächst einmal gebührt Braunschweig großer Respekt. Sie haben ein hervorragendes Spiel gemacht und uns über die gesamte Distanz alles abverlangt“, resümierte Hildesheims Head Coach Marcus Herford nach dem historischen Erfolg sichtlich erleichtert. Umso mehr spreche es für den Charakter seiner Mannschaft, in den entscheidenden Momenten einen sportlichen Weg gefunden zu haben.
Parallel zu den Ereignissen in Niedersachsen spielten sich auch in der Bundeshauptstadt dramatische Szenen im Kampf um die Tabellenspitze ab. Im Berliner Mommsenstadion mussten die Schwäbisch Hall Unicorns am Samstag ihre bislang wohl größte Bewährungsprobe der laufenden Saison bestehen. In einer physisch extrem harten und hitzigen Begegnung mit mehreren Strafen auf beiden Seiten setzte sich die Mannschaft aus Schwäbisch Hall am Ende knapp mit 38:33 gegen die Berlin Rebels durch.
Die Partie begann aus Sicht der Unicorns optimal, als Lars Heidrich bereits im dritten Spielzug seinen Receiver Rayjuon Pringle mit einem 82-Yard-Pass zum 0:7 bediente. Doch der frühe Vorsprung wirkte eher hemmend, und die Berliner Rebels drehten die Partie mit drei Touchdowns in Serie durch Fields auf Teuber und Enyiagu auf 21:10. Kurz vor der Halbzeitpause fing Cem Kaheveci einen 24-Yard-Pass zur wichtigen 21:17-Verkürzung ab. Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Haller Defensive hellwach und setzte spielentscheidende Akzente. Jonell Pelie fing einen Pass ab und trug ihn über 69 Yards in die Endzone zurück. Cornerback Monteze Latimore schaffte zu Beginn des Schlussviertels sogar einen sensationellen 99-Yard-Interception-Return-Touchdown zum zwischenzeitlichen 21:38.
Perfektes Zusammenspiel sichert den vierten Saisonsieg
Die Berliner Gastgeber gaben sich jedoch auch nach dem zweiten folgenschweren „Pick Six“ der Unicorns nicht geschlagen. Angetrieben von Quarterback Tyquell Fields kämpften sich die Rebels durch Touchdowns von Stewart und Enyiagu noch einmal auf 33:38 heran. In der entscheidenden Phase bewahrten die Einhörner am Ende aber die Ruhe. Vor allem Mathis Harang übernahm Verantwortung und sicherte mit mehreren Läufen das spielentscheidende First Down, um die Uhr kontrolliert runterzuspielen. Überschattet wurde der Sieg durch eine schwere Verletzung von Tackle Luca Scharf, der im letzten Viertel vom Platz getragen werden musste.
„Das war heute ein großartiger Teamerfolg“, resümierte Head Coach Felix Brenner nach der hitzigen Partie in Berlin stolz. Am Ende des Tages habe die Mannschaft das harte, physische Spiel der Rebels in allen Mannschaftsteilen sehr ordentlich angenommen. Brenner betonte das perfekte Zusammenspiel: „Wir haben uns heute perfekt ergänzt und hatten auch sehr starke Phasen. Auch wenn die Offense mal einen Durchhänger hatte, dann tat ein Pick Six der Defense natürlich gut.“ Sowohl die Hildesheim Invaders als auch die Schwäbisch Hall Unicorns gehen nun mit einer makellosen Bilanz von vier Siegen aus vier Spielen in die wohlverdiente spielfreie Woche.
latest video
news via inbox
Nulla turp dis cursus. Integer liberos euismod pretium faucibua
[fusion_form form_post_id="450" hide_on_mobile="small-visibility,medium-visibility,large-visibility" /]



