Der Basketball Bundesligist Phoenix Hagen wird am Mittwoch Antrag auf Planinsolvenz stellen. Das gab der Geschäftsführer Patrick Seidel am Dienstag in einer Pressemitteilung bekannt. Durch diesen Schritt möchte man an der Volme einem Lizenzentzug zuvorkommen und die Möglichkeit schaffen, die gerade erst begonnene Saison zu Ende zu spielen. Bereits im Vorfeld zeigten sich Fans frustriert anhand des Auftretens auf der sportlichen und auch organisatorischen Seite von Phoenix Hagen.

hagenAls im März des letzten Jahres das Aus von Phoenix Hagen zum ersten Mal seit dem Wiederaufstieg im Raum stand, stellte sich der Vorstandsvorsitzende Sven Eklöh optimistisch und kämpferisch auf das Parkett und kündigte eine transparente Kommunikation mit den Fans, Sponsoren und der BBL an, um die Probleme zu lösen und Hagen in eine sichere Zukunft zu führen. Inbegriffen war bereits zu diesem Zeitpunkt der Gedanke an eine Expansion und eine neue Halle im 6.000er Bereich, der von der Bundesliga in den nächsten Jahren gefordert wird. Trotz immenser Altlasten eine optimistische Aussage, die nun, knapp sieben Monate später gänzlich verhallt. Obwohl gerade die Szene rund um Hagen bereits länger damit rechnete, zeigt sich die BBL-Führung irritiert, da wohl die erneut vorgelegten Zahlen extrem auseinander liegen. „Die Zahlen, die uns im Oktober fristgerecht vorgelegt wurden, haben sich im Vergleich zu denen aus dem Juli erheblich negativ verändert. Wie es dazu kommen konnte, werden wir nun mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter aufarbeiten“, so BBL Geschäftsführer Dr. Stefan Holz. „Dass nach der vergangenen Saison, in der der Klub gegen Mitteilungspflichten verstoßen und im Zuge dessen einen Sanierungsplan vorgelegt hatte, in der Kürze der Zeit erneut ein großes Delta entstanden ist“, sei, so Stefan Holz, „nicht nachvollziehbar und nicht mit dem Fair-Play-Gedanken vereinbar.“

Neben dem ersten klaren Schritt der Liga, dem Club vier Wertungspunkte abzuziehen (§ 17 BBL-Spielordnung), droht nun weiterer Ärger. Auf der einen Seite könnte die BBL erneut Geldstrafen verhängen, die Hagen weiter belasten. Auf der anderen Seite sind die Fans wütend, denn nach der Erhöhung der Eintrittspreise, sinkendem Service beim Catering und der fehlenden sportlichen Qualität, vermisst man weiter die zuvor versprochene Transparenz. Auch der Wegfall wichtiger Sponsoren (REWE, IKK, Berlet uvm.) riss offene Wunden in die Kasse des Erstligisten. Stimmen aus dem Umfeld der Geldgeber zeigen ebenso auf, dass die Kommunikation in der Vergangenheit nicht stimmte und eine weitere Zusammenarbeit kaum denkbar war.

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Geschäftsführer Patrick Seidel und Vorstands-Vorsitzender Sven Eklöh            (c) Sebastian Sendlak

Die Veränderung auf der Position des Geschäftsführers im Sommer in Persona von Patrick Seidel stieß zunächst, auch von unserer Seite auf Kritik. Inzwischen jedoch gab es auch auf Vereinsseite ein klares Bekenntnis zum jungen Geschäftsführer. So zeige auch die schnelle Meldung ans Amtsgericht, die akribische Arbeit Seidels, der um Aufklärung und Kommunikation bemüht ist.

Patrick Dirksmeier

Was bleibt für Hagen ?

Die Spieler sind die Leidtragenden der ganzen Geschichte. Wie viele von ihnen noch auflaufen werden, bleibt abzuwarten. Wirklich wettbewerbsfähig scheint die Truppe nicht zu sein, sodass ein erneuter Einschnitt jedem sportlichen Erfolg im Wege stehen wird. Den Fans kann man nur wünschen, nicht mit ansehen zu müssen, wie das Team abgeschlachtet wird und so den Weg in die Pro A antreten muss. Ebenfalls bleibt abzuwarten, ob durch die Befindlichkeiten eine Lizenz in der Pro A / Pro B überhaupt möglich ist, oder ob man direkt in die Regionalliga absteigen wird. Vielleicht aber würde die Lizenz sogar an den FC Schalke 04 Basketball gehen, mit dem man vor der Saison eine Kooperation abschloss. Zu guter Letzt sind da noch die Ehrenamtler, die an den Spieltagen Zeit und Herzblut opfern. Nicht selten wird der Unmut der Fans auch an ihnen hängen bleiben.

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