s.Oliver Würzburg schafft die Überraschung am Freitag und schlägt Frankfurt. Phoenix Hagen nahm endlich Stellung zur Plan-Insolvenz, gab aber nur wenige Fehler zu.

s.Oliver Würzburg vs. Fraport Skyliners 73:64 (22:40) 

Würzburg rollt das Feld der easyCredit BBL von hinten auf und hat dabei mit den Frankfurtern das Überraschungsteam der vergangenen Saison schlagen können. Trotz eines absoluten Fehlstarts und zwischenzeitlichem 20-Punkte Rückstandes konnte das Team von Coach Doug Spradley eine irre Aufholjagd starten und eine sicher geglaubte Niederlage abwenden. Im Schlußviertel konnten die Hausherren eine Schwächephase der Frankfurter nutzen und so das Spiel drehen. Zum Topscorer der Würzburger wurde Brendan Lane mit 16 Punkten. Für Frankfurt erzielte Shavon Shields 18 Zähler.

WÜR Douglas Spradley: „Die Halbzeitpause war interessant bei uns. Ich habe den Jungs gesagt, dass sie in der ersten Halbzeit nicht wie Männer gespielt haben, die Frankfurter waren uns auf allen Positionen überlegen. Da waren nicht alle Spieler im Kopf da. Ich habe schon beim Aufwärmen die Emotion vermisst, die ich nach dem Sieg in Tübingen erwartet hätte. Die Frankfurter haben eine tolle erste Halbzeit gespielt, ich bin sehr froh über die zweite Halbzeit. Da haben wir von der ersten Minute an die Aggressivität gezeigt, die man zeigen muss. Ich habe Maurice Stuckey reingenommen, um noch mehr Druck auf die Frankfurter Guards zu machen, das war ein Faktor. Außerdem haben wir den Ball nicht mehr so leichtfertig hergeschenkt wie vor der Pause, wir hatten nur vier Ballverluste in der zweiten Halbzeit. Die Mannschaft hat kämpferisches alles gegeben und gezeigt, dass sie das Spiel gewinnen will. Wir haben nach der Pause auch endlich gute Würfe produziert. Glückwunsch an meine Spieler, sie haben sehr viel Charakter gezeigt. Und danke an die Fans – sie haben uns in der zweiten Halbzeit zurückgebracht und unterstützt. Es war ein gemeinsamer Sieg.“

wave.inc

FRA Klaus Perwas: „Glückwunsch an Würzburg für eine tolle kämpferische zweite Halbzeit. Wir haben eine ordentliche erste Halbzeit gespielt. Dann hat Würzburg uns ab dem dritten Viertel einen schönen Tritt in den Hintern verpasst. Sie haben sehr physisch gespielt, und in dieser Phase haben die Schiedsrichter etwas ihre Linie verloren. Aber das kann passieren. Wir müssen anders dagegen halten und anders auftreten. Wenn eine Mannschaft sich so steigern kann wie Würzburg es heute getan hat, dann muss man das Spiel nicht unbedingt verlieren. Wenn man aber selbst nicht dagegen hält, dann muss man sich auch nicht wundern, wenn man das Spiel verliert.“

Hagen vorerst bedeckt

Nach einigen Stunden der Info zur Planinsolvenz konnten in einer Pressekonferenz zumindest ein paar Fragen beantwortet werden. Wer sich allerdings Informationen zu Fehlern seitens des Vereins erwartete, wurde enttäuscht. Zwar musste Geschäftsführer Patrick Seidel bei der Erhöhung der Eintrittspreise zugeben, dass es sich dabei um eine „unglückliche“ Entscheidung handelte, jedoch wurden grundsätzliche Fehler seitens der ehemaligen Geschäftsleitung und auch des Aufsichtsrates nicht erwähnt.

Aufgrund der Aufarbeitung durch den bestellten Insolvenzverwalter Dr. Jansen, sowie dem Berater Dirk Andres soll mit Ergebnissen in rund 4-5 Wochen zu rechnen sein. Bis dahin wolle man sich, gerade im Bezug auf die Zahlen, zurückhalten. Trotz des geringen Überblickes bis zum jetzigen Zeitpunkt zeigten sich die Experten vorsichtig optimistisch. Bis zum Ende dieser Saison möchte man den Verein auf eigenen Beinen zurücklassen können. Was allerdings dazu gehören würde ist eine klare Bekennung der Fans und Sponsoren zum Verein. Genau hier dürfte aber das Problem liegen, denn Diese zeigten sich in den letzten Tagen getäuscht.

In Treffen zwischen Ende November und Anfang Dezember möchte der Verein nun die Anhänger und auch Geldgeber einschwören auf die Zukunft. Differenzen sollen an diesen Terminen ausgeräumt werden und auch die 50-60 ehrenamtlichen Helfer sollen in die Planungen einfließen. Das Augenmerk soll dabei aber weniger in der Vergangenheit liegen, als in der Zukunft.

Bei den sportlichen Aspekten gibt es unterdess klarere Ansagen. So dürfte es in der Saison 2017/18 kaum in der BBL weitergehen. Viel mehr solle ein Start in der Pro A ab Dezember geplant werden und die Lizensierungsunterlagen erstellt werden. Was dann allerdings auch sicher ist, dass sich dann die BG Hagen in der zweiten Liga ansetzen wird, denn die Lizenz für Phoenix gilt laut BG-Vorstand ausschließlich für die BBL. Beim Kader soll sich vorerst nichts ändern. Bis zum Ende des Jahres seien die Spielergehälter, auch aufgrund der Bundesagentur für Arbeit, gesichert. Sowohl Spieler, als auch Verein sind an die Verträge gebunden. Bei Kündigungsfristen von 3 Monaten sei es eh absurd, vorzeitig Diese zu kündigen. Aufhebungsverträge seien zwar möglich, aber nicht wirklich erwünscht.

Laut unseren Informationen fand bereits ein ersten Gespräch mit einem Teil der Fans statt. Ebenfalls gravierende Kritik kam aus Sachsen Anhalt, wo der Mitteldeutsche BC in einem Artikel der Mitteldeutschen Zeitung streng über den Verein in Hagen herzog und beschuldigte, dem Sport zu schaden und andere Vereine betrogen zu haben.

Es bleibt abzuwarten, welche Zahlen in den nächsten Wochen auf den Tisch gelegt werden. Erst dann wird eine Prognose möglich sein. Experten der Basketballszene sehen wenig Chancen bei Phoenix, denn sowohl die BBL, als auch die Pro A scheinen wenig Interesse an einer Zusammenarbeit mit dem Team aus Hagen zu haben. Die Pressekonferenz war ebenfalls als „formeller Akt“ zu erkennen, denn die Informationen an diesem Tag waren eher als Versuch der Beruhigung einer angeknackten Fanszene zu sehen, die selbst einige interne Probleme hat.

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