Zum Glück war das nicht gegebene sechste Tor der Herner unwichtig, da die Partie bereits zu diesem Zeitpunkt entschieden war. Aufgrund der hitzigen Stimmung im dritten Spiel der Nord-Playoffs wäre eine andere Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgeartet, denn bereits vor der Begegnung schwappten die Emotionen auf beiden Seiten über.

(c) Sebastian Sendlak

Was in Spiel 1 mit zwei massiven Aktionen der Hannover Indians gegen den Herner Spieler Aaron McLeod begann (McLeod kann aufgrund des in dem Spiel zugefügten Nasenbeinbruchs und einer Gehirnerschütterung derzeit nicht spielen), entlud sich in Spiel 2 der Serie in der niedersächsischen Landeshauptstadt in einer wüsten Keilerei nach dem Schlusspfiff, an der sogar die Trainer beteiligt waren.

Aufgrund der Bedingungen und des Eklats in Spiel 2 stand die Begegnung am Gysenberg an diesem Dienstag unter Verbands-Beobachtung. Auch auf dem Eis wurde ebenfalls schnell deutlich, dass die drei Unparteiischen durchgreifen würden. Bereits nach drei Sekunden saßen die ersten beiden Spieler auf der Strafbank. Nur eine Minute später folgten erneut zwei Kontrahenten. Nutznießer aus diesem ersten Aufreger war der Herner EV, der durch den Kapitän Stephan Kreuzmann nach gut zwei Minuten zuum 1:0 traf.

Noch im ersten Abschnitt dann aber die erste richtig brenzlige Situation. Damian Schneider musste mit einer großen Strafe in die Kabine, nachdem Dieser Nicolas Turnwald in die Bande checkte. Die nun folgende 5-Minuten Unterzahl-Situation konnte aber von Herne ohne Schaden überstanden werden. Nach einigen weiteren Strafen gegen beide Mannschaften ging es mit diesem knappen 1:0 erstmals in die Kabinen.

Drei Tore gegen die Indians: Bradley Snetsinger
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Im zweiten Spielabschnitt hatten die Hannover Indians mehr Zugriff im Spiel. Das erste Tor jedoch ging erneut an Herne, die eine doppelte Überzahl-Situation nutzen konnten. Dem 2:0 durch Bret Snetsinger folgte jedoch der besagte Lauf der Gäste, die durch Tobias Schwab (27.) und Nicolas Turnwald (30.) die Partie ausglichen.

Strafen: Herne 47 Minuten, Hannover 70 Minuten

Der Herner EV versuchte sich wieder ins Spiel zu kämpfen, hatte aber sichtlich Schwierigkeiten. Umso wichtiger war der Schuss von Snetsinger, der wohl mit dem 3:2 die entscheidende Wende herbeiführte.

Noch immer fehlte die Ruhe auf dem Eis. Und noch immer wurden Strafzeiten im Minutentakt verteilt, so dass die Strafbänke auf beiden Seiten weiterhin warm blieben. Herne war aber nach er erneuten Führung wieder in der Begegnung angekommen und so erhöhte Artem Klein auf 4:2, ehe Snetsinger mit seinem dritten Treffer im Schlussabschnitt den Endstand herstellte.

Fotobeweis: Bild 1: Der Puck hinter der Linie / Bild 2: Krawinkel entscheidet auf „Kein Tor“
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Der Endstand hätte allerdings 6:2 sein müssen. Der Indians Goalie Marco Pantkowski hatte jedoch beim Treffer nur wenige Minuten vor der Schlusssirene genügend Zeit, den Puck mit dem Schlittschuh wieder vor die Linie zu ziehen, ehe der Hauptschiedsrichter Markus Krawinkel am Kasten der Gäste angekommen war. Er fand dort den Puck vor der Linie an und gab so das Tor nicht. Eine klare Fehlentscheidung, die jedoch keinen Einfluß mehr auf den Ausgang der Partie hatte. Zum Glück, denn nur acht Sekunden vor dem Ende entlud sich erneut der Frust der Indians und es hagelte erneut Strafen. Für Hannovers Leon Lilik bedeutete die zweite Disziplinarstrafe nun eine Sperre. Die Indians müssen in Spiel vier somit auf drei Verteidiger verzichten. Hannover ist dennoch im Vorteil und führt die Serie mit 2:1 an, so dass man vor heimischem Publikum am Freitag in die nächste Runde einziehen kann.

Die weiteren Oberliga-Nord Playoff-Ergebnisse:

ESC Moskitos Essen vs. Icefighters Leipzig 2:1 (Essen gewinnt Serie 3:0)
Füchse Duisburg vs. MEC Haale Saale Bulls 5:2 (Duisburg gewinnt Serie 3:0)
Tilburg Trappers vs. Hamburg Crocodiles 4:3 (Tilburg führt Serie mit 2:1)

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