In der Oberliga Nord machte der plötzliche Wechsel von Hernes Erfolgstrainer Frank Petrozza nach Duisburg im Dezember Schlagzeilen. Der Herner EV geriet nach dieser Personalentscheidung in eine missliche Situation und verpasste sogar die Aufstiegsrunde zur DEL2. In Duisburg hatte man Hoffnungen, mit dem ehemaligen Spieler der Füchse wieder auf die Erfolgsspur zu kommen. Nur wenige Wochen später jedoch ist dieses Szenario Geschichte.

(c) Sebastian Sendlak

Der gebürtige Kanadier Francesco Petrozza hatte bereits 1997-98 erstmals für die Füchse Duisburg in der DEL gespielt. Eine Zeit, die dem jetzt 47-Jährigen positiv in Erinnerung blieb. Als das Angebot aus Duisburg kam, die Position als Cheftrainer zu übernehmen, sagte Petrozza zu, auch, aufgrund der Möglichkeiten des Vereins, dessen Ambitionen ein Aufstieg in die DEL2 sind.

Zuvor arbeitete Frank Petrozza in Herne. Fünf Jahre lang konnte er den Verein in der Oberliga zum Spitzenteam formen und regelmäßig in die Playoffs führen. Die Chance, mit Herne in die zweite Liga zu kommen jedoch, hat man in der Stadt nicht, was auch Petrozza klar war.

Der Zeitpunkt des Wechsels nach Duisburg war nicht gut gewählt. Als die Füchse Doug Irwin im November feuerten, begannen die Gespräche mit dem Kanadier. Der konnte derweil in Herne das Team auf die Playofffs vorbereiten, bis zum Dezember. Als der Wechsel vollzogen war, machte der Herner EV keinen Hehl daraus, dass der Wechsel nicht gewollt war. Wiederwillig stimmte man zu und verpasste die direkte Qualifikation für die Aufstiegsrunde. Uli Egen übernahm und muss derzeit durch die Qualifikationsrunde. Erst in der vergangenen Woche sicherten sich die Herner das Recht auf die Playoffs gegen den Süden (ab März).

Patrick Dirksmeier

In Duisburg hingegen lief es nicht rund. Der Neuanfang geriet zur Farce und nach 11 Spielen und 9 Niederlagen wurde am 7 Februar, also zwei Monate nach der Verpflichtung Petrozza entlassen. Ein fader Beigeschmack, denn nun stehen die Füchse ohne sportlichen Leiter und Cheftrainer da, Petrozza ohne Job und der Herner EV ist gut beraten, trotz der Situation, nicht erneut auf den Kanadier zurückzugreifen. Zu groß wäre der Vertrauensverlust der letzten Wochen, um eine angemessene Zusammenarbeit zu rechtfertigen. Nur eins kann die Fans beider Vereine beruhigen: Ein Abstieg ist ausgeschlossen und Duisburg, sowie Herne werden auch 2018/19 in der Oberliga antreten können.

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