Die Deutsche Eishockey Liga (DEL) wird nicht, wie geplant am 15. November starten. Nun wird ein Start in der zweiten Dezemberhälfte angepeilt.

Während einige Eishockeyfans wohl die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben, dürfte die Nachricht am heutigen Freitag innerhalb der Experten und auch Vereine kaum für Verwunderung gesorgt haben. „Der Liga-Starttermin am 15. November ist nicht haltbar“, so die offizielle Meldung aus der DEL-Zentrale in Neuss.

Die jetzige Reaktion ist dabei nur eine Entscheidung der Vernunft, denn eins ist bereits jetzt klar: Der Start in die Saison wird teuer. Das Risiko war den Verantwortlichen schon im Sommer bewusst, aber man versuchte mit allen Mitteln, vor Zuschauern eine Eishockey-Saison zu starten. Während tatsächlich einzelne untere Ligen das Risiko eingehen und bereits die ersten Testspiele im Oktober auf dem Plan stehen, scheint die DEL „vorerst“ nicht zu starten.

Dabei sind die größten Kostenträger bereits in Deutschland angekommen. Gemeint sind die Import-Spieler, die bereits ihre Wohnungen bezogen haben, aber noch nicht aufs Eis dürfen. Zwar ist das Eis in den meisten Arenen schon aufbereitet, jedoch sind die Corona-Bestimmungen noch nicht überall klar, was einen Trainingsstart ebenfalls verschiebt.

Das Risiko ist groß

So wirklich verständlich ist die Situation nicht. Gerade im Eishockey sind die Kosten (Eis, Importspieler, Hallenmiete, Dienstleister) enorm hoch. Trotz der unsicheren Situation hat die DEL dennoch viel Hoffnung verbreitet, mit dem Risiko, einzelne Vereine direkt in die Insolvenz zu stürzen.

Patrick Dirksmeier

Bereits mehrfach haben Menschenansammlungen gezeigt, was passiert, wenn Einzelne keine Intention haben, sich an Regeln zu halten. Bei Sport-Veranstaltungen würde dies einen Rückkehr zu den Geisterspiele bedeuten, mit deutlich härteren Folgen für die Vereine, die dann auf den Kosten sitzen bleiben. Genau genommen würde der Grund eintreten, in dem die DEL auf keinen Fall starten würde.

Warum gibt es also keine Alternative ?

Die Vereine haben aufgerüstet. Auch die Importspieler wurden, wie in den anderen Off-Seasons, massiv durchgetauscht. Was offenbar nicht in Frage kam: Eine Begrenzung der Importspieler um die Kosten unten zu halten. Warum hat man nicht diese Saison auf die Jugend gesetzt, um neue Perspektiven im deutschen Eishockeysport hinzuweisen ? Ist es nur ein Qualitätsaspekt, unbedingt mit nordamerikanischen „Stars“ zu protzen ? Oder hatten gewisse „Fan-Gruppierungen“ den nötigen Einfluss an Unvernunft ?

Man wird sehen, wie sehr sich die Fans in den sozialen Medien ausheulen werden, wenn diese Brechstangen-Taktik nicht aufgeht und in den kommenden zwei Jahren für eine wirtschaftliche Katastrophe in ihrem Lieblingssport sorgen wird.

Es gibt eine ernsthafte Aktion, die sich als Ziel gesetzt hat, die wirtschaftliche Grundvoraussetzung in einer Petition zu fordern. „Wir leben Eishockey“. Da selbst in den unteren Ligen diese Voraussetzung lebensnotwendig ist, dürfte kaum ein Club oder Verband um diese Zielsetzung herumkommen. Die Petition ist erst seit letzter Woche online und hat bereits weit über 5000 Unterstützer erhalten. Die DEL und auch DEL2 unterstützen die Aktion bereits aktiv in den sozialen Medien.

Hier können auch Sie unterschreiben:

Petition

 

 

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