Köln deckt eigene Schwächen im ersten Durchgang gegen Frankfurt auf. Stuttgart konnte einen Last-Minute-Sieg gegen Leipzig feiern.

So langsam decken sich die qualitativen Schwächen in der European League of Football deutlich auf. Bei vielen Teams, so auch bei den Cologne Centurions, ist die Offensive eher überschaubar aufgestellt.

So zeigt sich am Rhein eine einseitige Angriffsserie über den besten Runningback der Liga, Madre London. Der Quarterback, Jan Weinreich, zeigte sich aber auch im zweiten Heimspiel schwach und wenig genau bei den Pässen. Die Receiver der Centurions hatten selbst bei leicht geworfenen Pässen ihre Probleme mit den Bällen. Auffällig häufig im Passplay: Die Pässe auf die Außenbahn, die bei der gegnerischen Defense früh gestoppt werden und selten zu größeren Raumgewinnen führen.

Die Defensivreihen dürfte aus diesen Gründen nur schwer einzuschätzen sein. Gegen viele offensivschwache Teams kann selbst eine eher unterdurchschnittliche Verteidigungsreihe gut aussehen.

Im Spiel der Centurions konnte Frankfurt den Star des Teams, Madre London im ersten Durchgang gut ausschalten. Die eigene Offensiv-Abteilung hingegen konnte mit wenigen Big-Plays glänzen und einen ordentlichen Vorsprung vor der Halbzeitpause erkämpfen, während die Gastgeber Punktlos blieben.

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Erst im zweiten Durchgang zeigte sich Köln variabler im Spiel. Mit Quinten Pounds überraschte ein Wide Receiver die Frankfurter Defense. Die Ausbeute war dennoch zu gering, um das Spiel zu drehen.

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(c) Sebastian Sendlak / DeFodi Images

Stuttgart Surge benötigte gegen die Leipzig Kings nur eine knappe Minute in Führung, um das Spiel zu gewinnen. Leipzig zeigte sich im gesamten Spiel dominanter und effektiver als die Gastgeber auf der Waldau.

Leipzig startete mit einem Blitzstart in die Begegnung und konnte sich bereits nach den ersten 15 Minuten über einen 12:0 Vorsprung freuen. Zwar konnte Stuttgart im zweiten Durchgang aufschließen, musste aber auch im dritten Viertel an Boden einbüßen. Im Schlussdurchgang gelang Dimitri Gfeller ein Trick-Pass auf seinen Receiver David Meza, der für den Last-Minute-Sieg der Schwaben sorgte.

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(c) Hans-Walter Tschirley

Mittlerweile laufen der Liga ausgerechnet die Aushängeschilder davon. Während Kasim Edebali (Hamburg) „nur“ zwei Wochen aufgrund eines positiven Coronatests fehlen wird, wird Chris Ezeala (Köln) nicht mehr zu den Centurions zurückkehren. „Manchmal gibt es Dinge im Leben, die wichtiger sind, als Football“, so der Runningback.

Getrennt haben sich die Hamburger zudem von Headcoach Ted Daisher. Der NFL-erfahrene Trainer passte laut offiziellen Angaben nicht in die Philosophie der Franchise. Die Hamburger Morgenpost hingegen gab an, dass Daisher mit den vielen – nicht professionellen – Spielern nicht arbeiten wollte. Er ging, wie viele Kritiker auch, von „professionelleren Strukturen“ in der neuen Liga aus. Diese versprechen wurden offenbar nicht gehalten.

Der neue Headcoach, Andreas Nommensen durfte sich dann über den dritten Sieg in Folge freuen. Dabei ließ das Team der Hanseaten in der zweiten Halbzeit den Gästen kaum eine Chance. Nach dem mageren 6:6 in der ersten Halbzeit folgte ein Sturmlauf gegen überforderte Berliner und ein deutliches Ergebnis (44:6) für die Sea Devils.

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(c) Thomas Sobotzki

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