Wenn die Schlussmänner nicht wären … ein Kommentar

Kaum ein Spiel vergeht, in dem die Iserlohn Roosters nicht im Schnitt 4,67 Tore kassieren und lediglich 2,11 Tore pro Spiel im Durchschnitt schießen. Das ist der Stand des 18. Spieltages in der Penny DEL für die Sauerländer. Somit sind sie die Schießbude der Liga mit 84 Toren. Das ist jedoch bei den beiden Goalies verwunderlich. Andreas Jenike und Kevin Reich sorgen an den Spieltagen dafür, dass der IEC nicht noch mehr Tore eingeschenkt bekommt. Und sich das Ergebnis „im Rahmen hält“.

Denn weder offensiv noch defensiv kriegen die Sauerländer etwas auf die Reihe. Im Schnitt schießen sie gerade einmal 2,11 Tore pro Spiel. In den letzten drei Spielen waren es gerade einmal fünf Tore. Das ist definitiv mit 1,67 Toren zu wenig. Die Gegner aus Schwenningen, München und wie heute am 18. Spieltag, die Fischtown Pinguins Bremerhaven haben zusammen 13 Tore erzielt, was 4,33 Tore im Schnitt ergibt. Zu viele, wie eingefleischte Roosters-Fans finden. Auch der Rauswurf von Greg Poss hat nichts gebracht. Zwar hat die Mannschaft in den ersten beiden Spielen punkten können, aber es hat sich lediglich ein Zwischenhoch angedeutet.

Ein weiteres Beispiel für die schwache Leistung der Feldspieler spricht, dass Jenike auf eine Fangquote von 88,52 % und Reich auf 86,7 % kommen. Das können beide besser, wenn sie von der Defensive nicht im Stich gelassen werden. Die Verteidiger lassen dem Gegner auf dem Eis zu viel Platz vor dem Tor, was Schüsse erleichtert. Doch auch Distanzschüsse lassen die Iserlohner zu, in dem sie nicht in die nötigen Zweikämpfe trauen. Stattdessen entsteht selbst bei einem fünf-gegen-fünf der Eindruck, als ob der Gegner in Überzahl spielt. So laufen die Roosters nur hinterher. Wenn sie denn einmal den Weg vor das gegnerische Tor finden, werden sie von einer starken Defensive abgefangen. Eine grottige Zweikampfquote kommt erschwerend hinzu und zeigt, dass die Qualität in der Mannschaft an keiner Position vorhanden ist.

Die Fans fordern in der Halle nach jedem Treffer der Gegner inzwischen „Hommel raus“. Aber was sind die Alternativen zum Sportlichen Leiter Christian Hommel oder geschäftsführenden Gesellschafter Wolfgang Brück? Was ist die Alternative zum Cheftrainer Pierre Beaulieu? Wie sind die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Vereins, die gerne vergessen werden? Vielleicht hat das Budget in diesem Jahr nicht für bessere Spieler gereicht. Eine Mannschaft komplett austauschen, weil sich die Verantwortlichen verzockt haben, scheint kaum eine mögliche Option zu sein. Vielleicht wäre es ja besser, U20-Spieler langsam in die erste Mannschaft zu integrieren, anstatt im Ausland zu scouten.

Generell muss geschaut werden, wie sich der Verein in den nächsten Jahren aufstellen will. DEL-Geschäftsführer Gernot Tripke hat durchblicken lassen, dass die Roosters sich nach einer neuen Halle umsehen müssen, da die Eissporthalle am Seilersee irgendwann nicht mehr den Anforderungen der ersten Liga entspricht. Somit wird ein Aufstieg nach dem möglichen Abstieg in dieser Saison, durch die vorhandene Infrastruktur erschwert.

Wie es momentan aussieht, steuern die Iserlohn Roosters nicht nur schnurgerade auf die DEL 2 zu, sondern auch auf das Thema Eishalle, was jedes Jahr aufkommt. Was aber sicher ist: Der Club, der eine GmbH wirtschaftlichen Interessen ist, muss schnellstens einen Fahrplan für die nächsten Jahre aufstellen. Sonst geht das Licht in der Halle endgültig aus – und daran können auch die Fans nichts ändern. Erst Recht nicht die Ultras am Seilersee, die sich mit ihren unüberlegten Aktionen mehr als einmal über den Verein stellen, während sie bei den Verantwortlichen dieses Verhalten kritisieren.

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(c) Sebastian Sendlak / BOND

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