Der deutsche Center Tibor Pleiss wird in nächster Zeit nicht in der NBA auflaufen und stattdessen in die Türkei für Galatasaray Istanbul spielen. Das gab der 26-Jährige am Montag bekannt.

Ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten der Türkei war die schwierige vertragliche Situation in der NBA, wo Pleiss nach einem Trade von Utah zu den Philadelphia 76ers offenbar fallen gelassen wurde. Zwar bekam Pleiss nun zwei Einladungen zu den NBA Tryouts aus Brooklyn und San Antonio, jedoch sah der Kölner eine sicherere Perspektive bei Galatasaray, nach langen und sehr guten Telefonaten mit dem Head Coach Ergin Ataman: „Ataman hat mich überzeugt in die Türkei zu kommen. Ich freue mich sehr über das Vertrauen und die Möglichkeit für einen solchen Topverein zu spielen.“ Galatasaray spielt in der Euroleague. Dies ist für den Center ein wichtiger Faktor für den Entscheidungsprozess gewesen.

Tibor Pleiss bei der Deutschen Nationalmannschaft (c) Sebastian Sendlak
Tibor Pleiss bei der Deutschen Nationalmannschaft
(c) Sebastian Sendlak

Fans der Deutschen Nationalmannschaft, aber auch Spieler werden in den Qualifikations-Begegnungen bemerkt haben, dass Pleiss nicht voll bei der Sache war. „Die Situation wurde kurz vor dem ersten EM-Qualifikationsspiel gegen Dänemark plötzlich und unerwartet sehr unbefriedigend. Da gehen einem schon einige Dinge durch den Kopf. Ich war in diesem Moment sehr glücklich bei der Nationalmannschaft zu sein. Umso schwieriger dann die Entscheidung, das Team nach der Niederlage gegen die Niederlande zu verlassen und in die USA zu fliegen. Das dies dann nicht geschehen ist und ich jetzt bei Galatasaray unterschrieben habe, wirft einige Fragen auf. Es spiegelt aber auch das harte Profigeschäft wieder. Ich musste mich in kürzester Zeit entscheiden, wie ich meine Zukunft gestalten soll“, so Pleiss. „Mich hat es sehr beschäftigt, das DBB-Team in einer Phase verlassen zu haben, die nicht optimal war. Ich stehe dennoch nach wie vor zu meiner Entscheidung. Ich kann viele Dinge einfach nicht beeinflussen und kann teilweise nur reagieren statt zu agieren. Ich habe auch sofort Rückendeckung von meinen DBB-Teamkollegen erhalten. Sicherlich hat es auch Unmut gegeben. Das kann ich verstehen und ich erwarte ob dieser Entscheidung auch keine Freudensprünge.“

In der Pressemitteilung bedankte sich Tibor bei den Utah Jazz für seine erste NBA-Saison, sowie bei den Spurs und Nets für die Einladung zum Tryout.

 

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