Gleich zwei Topspiele gab es am 16. Spieltag in der easyCredit BBL. Im fränkischen Derby konnte sich Bamberg in der Verlängerung gegen Bayreuth durchsetzen. Ulm schwächelte auch in München nicht und bleibt weiterhin ohne Niederlage in der Liga.

medi Bayreuth vs. Brose Bamberg 88:92 OT ()

Das war ein hartes Stück Arbeit für die favorisierten Bamberger in diesem Topspiel. Ein wahnsinnig packendes Derby entscheidet sich in einer dramatischen Schlussphase. Der Bamberger Scharfschütze Janis Strelnieks bringt sein Team mit einem schier unmöglichen Dreier in die Verlängerung, in der die Gäste unaufgeregt den Auswärtssieg ins Trockene bringen.

Zuvor verschliefen die Gäste die Anfangsphase und Bayreuth zeigte sich kämpferisch und holte sich eine klare Führung, die mit der Zeit aber wie ein Eisblock im Hochsommer dahin schmolz. Erst im Schlußviertel konnten die Bamberger erstmals in Führung gehen, mussten sich aber gegen weiterhin attackierende Gastgeber wehren und sich letztlich in die Overtime retten.

Patrick Dirksmeier

BAY Raoul Korner: „Ich schließe mich den Weihnachtswünschen an und gratuliere Coach Trinchieri und seiner Mannschaft. Es war eine herzbrechende Niederlage. Beide Teams haben sich auf Augenhöhe bekämpft. Es war ein offener Schlagabtausch, wir hatten den besseren Start, Bamberg das zweite Viertel. Danach war es ausgeglichen. Ich muss sagen, vom Fokus und der Intensität hier war es eines unserer besseren Spiele der letzten Wochen, wahrscheinlich sogar das Beste. Dass es am Ende nicht gereicht hat ist zum einen auf die hohe individuelle aber auch kollektive Qualität von Bamberg zurückzuführen. Sie haben genügend enge Spiele in dieser Saison bestritten um eine gewisse Erfahrung zu haben und aus anderen Spielen zu lernen. Und sie haben die Qualität am Ende unglaubliche Würfe zu machen. Wir haben ein, zweimal versäumt zu foulen, das führe ich aber auf die Erfahrung meiner Mannschaft zurück. Das macht am Ende den Unterschied in so einem Spiel aus. Ich bin aber froh, dass ich über vergebene Würfe und Kleinigkeiten reden kann, die den Ausschlag gegeben haben und nicht über mangelnde Physis und Qualität auf unserer Seite. Ich bin stolz auf die Burschen, die Fans können das auch sein. Ich hoffe, dass De’Mon nicht schlimmer am Handgelenk verletzt ist, sonst haben wir ein großes Problem.“

BAM Andrea Trinchieri: „Ich wünsche allen frohe Weihnachten und gratuliere Raoul. Sie haben bislang eine bislang erstaunliche Saison gespielt. Es war für uns ein hart erkämpfter Sieg. Ich glaube, dass ich schon viele Spiele gesehen habe, viele Spiele gecoacht habe. Ich habe Dinge gesehen, von denen ich dachte, dass ich sie nie sehen werde. Vielleicht war es heute anders weil Weihnachten war. Das war etwas, abseits von der Qualität des Spiels und der beiden Mannschaften. Wie die Schiedsrichter den letzten Pfiff behandelt haben, war sonderbar. Ich glaube, dass ich recht habe, was ich nun sage, das prüfe ich zu Hause. Ich glaube, es ist nicht möglich, ein Aktion ohne Pfiff in eine gepfiffene Aktion zu wandeln. Ich rede nicht darüber, ob es ein Foul war oder nicht. Ich denke, man kann das Instant Replay nicht dafür hernehmen. Es gab keinen Fight, es war eine ganz normale Aktion. Wir haben kein großes Spiel gemacht, wir mussten nach kurzer Regeneration kämpfen, um unsere Physis zu entwickeln. In der zweiten Hälfte des vierten Viertels und der Verlängerung haben wir die Dreierlinie gut verteidigt. Bayreuth ist hier eines der besten Teams. Wir haben sie bei 35 Prozent gehalten. Das war der Schlüssel, denn wir waren in anderen Teilen des Spiels schlecht. Es war ein sehr hart erspielter Sieg mit einem Big Shot am Ende und eine erfolgreichen Verlängerung.“

FC Bayern München vs. ratiopharm Ulm 79:87 ()

In einem erwarteten Offensiv-Spiel konnte Ulm die ersten Akzente setzen, musste aber die Führung zur Mitte des zweiten Spielabschnitts wieder hergeben. Noch vor der Pause konnten die Gäste kontern und mit einer knappen Führung in die Halbzeit gehen.

Nach der Pause ging es rasant weiter, jedoch konnte sich Ulm erst im letzten Viertel absetzen, nachdem den Gastgebern die Puste ausging.

Für Ulm war der Sieg teuer erkauft. Tim Ohlbrecht fiel nach nur fünf Minuten verletzt aus, nachdem er mit Nihad Djedovic zusammenprallte. Nach erster Diagnose wird eine schlimmere Verletzung befürchtet und Ohlbrecht droht wohl länger auszufallen.

MÜN Aleksandar Djordjevic: „Ulm hat diesen Sieg verdient. Sie haben hier heute gespielt um zu gewinnen, obwohl Sie ohne Per Günther auskommen mussten und in der zweiten Halbzeit ohne Tim Ohlbrecht. Sie waren physischer und härter als wir. Wir waren zu nervös und haben uns nicht auf unser Spiel konzentriert. Elf Ballverluste in der zweiten Halbzeit zeigen, wie unsicher wir waren. Wir haben oft den Abschluss verpasst und stattdessen noch einen weiteren Pass gespielt. Ich wünsche Tim Ohlbrecht alles Gute. Ich hoffe, dass die Verletzung nicht zu schwer wiegend ist.“

ULM Thorsten Leibenath: „Wir haben ein sehr intensives Spiel gesehen, bei dem wir viele schwierige Situationen verarbeiten mussten. Uns haben über weite Strecke drei ganz wichtige Spieler in der Rotation nicht zur Verfügung gestanden. Die Mannschaft hat trotzdem gegen eine sehr gute Münchner Mannschaft dagegengehalten und immer wieder die richtigen Lösungen gefunden. Das nötigt mir allerhöchsten Respekt ab. Bei Tim Ohlbrecht müssen wir im Moment von einer ernsten Verletzung ausgehen. In diesem Zusammenhang möchte ich dem FC Bayern danken, der sich mit seinem Mannschaftsarzt sofort um Tim gekümmert hat.“

Die weiteren Ergebnisse vom 16. Spieltag:

ALBA Berlin vs. Rasta Vechta 83:74
s’Oliver Würzburg vs. BG Göttingen 87:86
Telekom Baskets Bonn vs. Giessen 46ers 90:68
Basketball Löwen Braunschweig vs. Eisbären Bremerhaven 77:61

Sport Mobil