Bundestrainer Henrik Rödl schwimmt mit seiner Herren-Nationalmannschaft weiter auf der Erfolgswelle. Das DBB-Team blieb auch beim heutigen Auftritt im Rahmen der World Cup Qualifiers für China 2019 in Georgien ungeschlagen. Nach 40 Minuten hieß es 87:77 (27:17, 24:21, 18:24, 18:15) aus deutscher Sicht, damit bleibt man auch Tabellenführer der Gruppe G. Joshiko Saibou erzielte die meisten Punkte für das deutsche Team (15).

Rund 9.000 Zuschauer im Sport Palace Tiflis sorgten für eine tolle Atmosphäre, in die Rödl die Starting Five mit Ismet Akpinar, Karsten Tadda, Robin Benzing, Danilo Barthel und Maik Zirbes schickte. Ganz stark begannen die DBB-Korbjäger und legten zum 9:2 vor (4.). Akpinar setzte Barthel für einen fulminanten „Alley oop“ im Fastbreak ein und die Arena war kurzzeitig ruhig (11:4, 5.). Die Deutschen suchten den Weg unter den gegnerischen Korb, wo Barthel anfangs ganz starke Szenen hatte. Die Georgier verteidigten extrem aggressiv und kamen – frenetisch angefeuert – zum 13:12 heran, Auszeit Deutschland (6.). Das DBB-Team versuchte das Spiel zu beruhigen und kam durch einen starken Move von Andreas Obst zum 17:12 (7.). Bei jeder positiven Aktion der Gastgeber geriet das Publikum völlig aus dem Häuschen, da galt es auf deutscher Seite Ruhe zu bewahren (19:15, Andreas Seiferth, 22:15, Dreier Niels Giffey, 9., Auszeit Georgien). Eiskalt netzte Obst anschließend einen Dreier und Giffey traf mit Ablauf der Uhr zur 27:17-Viertelführung.

Michael Dixon brachte sein Team mit zwei Distanztreffern in die Partie zurück, ehe der starke Giffey wieder punktete (29:22, 13.). Die deutsche Defense hatte in einigen Szenen Probleme die gegnerischen Dreierversuche wirksam zu bekämpfen, aber Joshiko Saibou zwang Dixon in eine Acht-Sekunden-Strafe und Basti Doreth war offensiv zur Stelle: 33:25, 14.. Die Dreier der Georgier blieben ein Problem und taten weh, aber man fand unter dem gegnerischen Korb ein wirksames Gegenmittel und Saibou konterte gleich doppelt ebenfalls aus der Distanz, ehe er einen Korbleger verwandelte (43:31, 16.). Die Georgier sammelten Fouls und schickten die Deutschen oft an die Linie. Dann tankte sich Benzing kompromisslos durch und wurde mit einem „and one“ belohnt (47:34, 18.). Benzing bewies seine basketballerischen „Killer“-Qualitäten mit einem Dreier gegen den Mann und traf zum 50:38 (19.). Zum Seitenwechsel lag die DBB-Auswahl nach einem wahren Offensiv-Feuerwerk mit 51:38 vorne, Rödl hatte bereits alle zwölf Akteure eingesetzt.

Die in der Pause in die Halle ziehenden Rauchschwaden irritierten die Deutschen offenbar deutlich mehr als die Gastgeber, die einen Blitzstart hinlegten (51:43, 22.). Rödl stoppte den gegnerischen Lauf sofort mit einer Auszeit, das Momentum schien auf der Seite der Georgier, sogar eine „La Ola“ rollte durch die Halle. Der deutsche Kapitän ging einmal mehr voran und versenkte einen beruhigenden Dreier (56:45, 23.), aber Barthel kassierte sein drittes Foul. Akpinar war im Fastbreak plötzlich ganz allein, Zirbes vollstreckte kurz später und Deutschland hatte sich „befreit“ (62:47, 26.), Auszeit Georgien. Auch Zirbes beging sein drittes persönliches Foul, kurz später auch Isaiah Hartenstein, es wurde langsam etwas eng unter den Körben. Nur noch 63:54 betrug der Vorsprung in der 28. Minute nach einigen unglücklichen Aktionen der Gäste. Dann wurde Giffey für drei Würfe an die Freiwurflinie geschickt: 66:54. Auch das 68:54 verantwortete der Berliner, Georgien aber war alles andere als geschlagen und kurz später wieder im Spiel: 69:61 (30.). Nach drei Vierteln im Tollhaus Tiflis war noch keine Entscheidung gefallen (69:62).

Patrick Dirksmeier

Georgien war „on fire“ und die Partie erinnerte in dieser Phase etwas an den EM-Krimi gegen Israel. Ganz wichtig war der Dreier von Doreth zum 72:64 (32.), ebenso der Floater von Saibou zum 74:64 (33.). Wieder der in diesen Minuten überragende Saibou und Obst stellten auf 78:66 mit noch sechs Minuten auf der Spieluhr, Auszeit Georgien. Die Gastgeber gaben sich keineswegs auf und bemühten sich mit allen Kräften um ein weiteres Comeback. Knapp vier Minuten vor dem Ende behaupteten die DBB-Korbjäger einen zweistelligen Vorsprung (81:70), was aber keinen Anlass bot in der Intensität nachzulassen. Beide Teams investierten noch einmal allesoch sechs Minuten auf der Spieluhr, Auszeit Georgien. Die Gastgeber gaben sich keineswegs auf, aber 1´34 vor dem Ende traf Saibou an der Freiwurflinie zum 84:74, noch einmal Auszeit Georgien. Georgien konnte jetzt nicht mehr kontern und Deutschland hatte den wichtigen vierten Sieg in der Tasche.

Quelle: Deutscher Basketball Bund (DBB)

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