Die Rostock Seawolves haben einen Plan. Mit Dirk Bauermann wurde ein erfahrener Coach an Land gezogen, um das ehrgeizige Projekt zu stemmen.

Bereits mit dem Aufstieg 2018 in die Pro A wurde der Kader der Rostocker massiv umgebaut. In den folgenden Monaten folgte die Optimierung der Trainingshalle und die Ansage, die Playoffs erreichen zu müssen.

Es scheint wie ein Express-Zug zu sein, der in Mecklenburg Vorpommern durchrauscht. Fehler werden kaum toleriert, was selbst Aufstiegs-Trainer Milan Škobalj trotz Sieg im ersten Spiel des Jahres 2020 erfahren musste. Das Team lag zu diesem Zeitpunkt auf dem 12. Tabellenplatz.

Die sportliche Führung der Seawolves um Sportdirektor Hakanowitz sorgte mit der Verpflichtung des ehemaligen Nationaltrainers Dirk Bauermann für einen echten Paukenschlag, unterstrich dabei aber eindrucksvoll das Vorhaben an der Ostsee. Schon zur Saison 2020/21 wurden entsprechend der Ausrichtung gleich mehrere Nationalspieler und ehemalige BBL-Profis nach Rostock gelockt.

Hagen nur Sparringspartner ?

Am Freitag war Rostock bei einem ehemaligen Erstligisten zu Gast. Hagen aber kommt in dieser Saison nur schwer in Gang und dümpelt nach 18 Spielen auf dem 13. Rang in der Pro A herum. Der Blick an der Volme geht eher nach unten, statt nach oben.

wave.inc

Zwei kurzfristige Abgänge der Volmestädter mit Cameron Delaney und Zachary Haney musste das Team in der letzten Woche verkraften. Beide Spieler gaben familiäre Dinge an, die man jedoch nur wenige Stunden nach dem Rostock-Spiel bei Haney bezweifeln müsste. In einem Instagram-Posting feierte der Profi in Phoenix (Arizona) mit mehreren freunden eine Pool-Party. Ein Schlag ins Gesicht der Phoenix-Verantwortlichen, die sich derweil im Spiel gegen Rostock abmühten.

Schon früh zeigte sich der Unterschied auf dem Court. Rostock machte das Spiel, Hagen lief hinterher. Es dauerte nicht lange, bis die Gäste ein ordentliches Punktepolster hatten. Hagen wirkte gerade im ersten Viertel maximal wie ein Sparringspartner für die Rostocker.

(c) Sebastian Sendlak / DeFodi Images

Dass die Feuervögel durchaus Qualität haben, zeigte sich in den folgenden 10 Minuten. Der Vorsprung der Rostocker schrumpfte merklich. Bis zur Pause war das Spiel wieder annähernd ausgeglichen.

Auch nach dem Seitenwechsel nahmen sich die Hagener ein Herz. Marcel Kessen zeigte unter dem Korb eine beachtliche Leistung gegen körperlich starke Gegner. Der Nachteil: Die Fouls bei Kessen wurden zum Problem, so dass der Center im Schlussviertel einen Gang zurückschalten musste. Jetzt waren die Seawolves wieder im Spiel und setzten sich in den letzten Minuten durch. Am Ende wurde es dann doch standesgemäß mit einem 78:65 für die Gäste.

Sport Mobil