Das war nichts für schwache Nerven. Was sich Phoenix Hagen beim 79:78 Erfolg im Schlussabschnitt leistete, war schlichtweg unnötig.

Die Feuervögel aus der Volmestadt starteten mit Schwung in die Partie und versuchten, an das Spiel gegen Tübingen anzuknüpfen. Die PS Karlsruhe Lionsfanden kein Rezept gegen die Angriffe der Gastgeber und verloren schnell den Anschluss.

Hagen lies zu keiner Zeit locker und baute die Führung sukzessive aus. Zur Halbzeit führte das Team von Chris Harris deutlich mit 51:27 und lies auch nach dem Seitenwechsel nicht locker. Nichts deutete in der Krollmann Arena auf eine enge Kiste hin, erst Recht nicht, als die Feuervögel zwischenzeitlich mit 30 Punkten in Führung lagen.

(Foto: Sebastian Sendlak / DeFodi)

Die Gäste setzten fortan mehr Engagement in ihre Defensiv-Bemühungen. Tatsächlich zeigte diese Umstellung erste Erfolge, so dass auch die Trefferquote auf der Gegenseite zunahm.

Eine erste Serie der Karlsruher wurde nicht wirklich ernst genommen. Als Hagen mit 17 Punkten Vorsprung in den letzten Spielabschnitt ging, folgte zunächst ein erneuter Offensivlauf. Dann aber brachen alle Dämme und es folgten vier denkwürdige Minuten für die Feuervögel.

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Karlsruhe hatte plötzlich gefühlt alle Spielanteile. In der Verteidigung holten sich die Lions viele Turnover und im Angriff fielen die Körbe reihenweise. Phoenix wirkte nicht nur überrascht, sondern phasenweise auch naiv und unkonzentriert. Selbst ein Einwurf der Hagener landete direkt in den Händen der Lions, die sich den einfachen Korbleger kurz vor dem Ende nicht nehmen ließen.

Einige unsaubere Angriffe und unnötige Ballverluste später hatten die Karlsruher den Sieg vor Augen. Das 78:77 für Karlsruhe fiel nur 10 Sekunden vor dem Ende.

Hagen hatte also den letzten Angriff und sah dabei nicht wirklich sehr geordnet aus. Erst ein Notwurf von Kyron Cartwright 0,6 Sekunden vor der Schlusssirene sorgte für die Entscheidung. Der Treffer traf die Gäste mitten ins Herz und lies die Gegenseite feiern.

So glücklich das Team über den Sieg ist, so deutlich muss man über das Zustandekommen diskutieren. Die Art und Weise des Einbruchs vier Minuten vor dem Ende  muss aufgearbeitet werden. Zu viele Punkte wurden diese Saison schon durch solche unnötigen Schlussphasen liegen gelassen.

(c) Sebastian Sendlak / DeFodi Images

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