Offensive Gala mit Defensiv-Mängeln
DBB-Team schlägt Niederlande 99:83 auf dem Weg zur WM 2027
Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Herren ist mit einem temporeichen Heimsieg in die zweite Runde der europäischen Qualifikation für den FIBA World Cup 2027 in Katar gestartet. Vor 15.309 enthusiastischen Zuschauern in der Kölner LANXESS Arena setzte sich der amtierende Welt- und Europameister unter der Regie von Bundestrainer Álex Mumbrú mit 99:83 gegen eine unbequeme niederländische Auswahl durch. Neben dem sportlichen Erfolg stand der Abend ganz im Zeichen emotionaler Momente und der feierlichen Verabschiedung einer echten Säule des deutschen Basketball-Erfolgs.
Emotionaler Abschied von Johannes Voigtmann und Offensiv-Spektakel zum Start
Bereits vor dem ersten Ballbesitz herrschte in der Arena Gänsehaut-Stimmung: Der langjährige Nationalspieler, Welt- und Europameister Johannes Voigtmann wurde unter tosendem Applaus der Fans und vor den Augen von Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst sowie DBB-Präsident Ingo Weiss mit einem persönlichen Highlight-Video offiziell aus dem Nationalteam verabschiedet. Da Center Daniel Theis mit leichten Beschwerden vorsorglich geschont wurde, schickte Mumbrú eine Starting Five aus Dennis Schröder, Tristan da Silva, David Krämer, Isaac Bonga und Johannes Thiemann aufs Parkett.
Von der ersten Minute an entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit extrem hohem Tempo. Während Bonga die ersten Akzente setzte, hielt die niederländische Mannschaft mit hoher Treffsicherheit von der Dreierlinie voll dagegen. Nach zwei erfolgreichen Distanzwürfen von David Krämer und einem Dreier von Maodo Lô zum 27:22 riss ein spektakulärer Alley-Oop-Pass von Dennis Schröder auf Oscar da Silva das Publikum von den Sitzen. Durch einen späten Dreier von Kay Bruhnke sicherte sich die deutsche Auswahl nach zehn intensiven Minuten eine 38:31-Führung.
Zweistellige Führung zur Pause trotz defensiver Baustellen
Die Gäste aus den Niederlanden erwischten den besseren Start in das zweite Viertel und verkürzten zügig auf 38:36. Johannes Thiemann stoppte den Lauf der Niederländer, die die deutsche Abwehr mit ihrer Variabilität aus der Distanz immer wieder vor große Probleme stellten. Bundestrainer Mumbrú zeigte sich mit der Defensivarbeit seines Teams unzufrieden, da sich die Schwächen aus der ersten Halbzeit des Supercups gegen Tschechien zu wiederholen drohten. Erst in den letzten Minuten vor dem Seitenwechsel fand die DBB-Auswahl die nötige defensive Griffigkeit und zog bis zur Halbzeitsirene auf 64:50 davon.
Zerfahrene Phasen und souveräner Schlussspurt zum sechsten Sieg
Kapitän Dennis Schröder eröffnete die zweite Halbzeit mit einem weiten Distanzwurf zum 67:52, doch in der Folge plätscherte die Partie phasenweise dahin. Den Gastgebern fehlte offensiv der letzte Biss, während die Niederlande erneut bis auf 69:60 herankam. Angeführt von Schröder und unterstützt durch wichtige Punkte von Louis Olinde und Kay Bruhnke verteidigte das deutsche Team jedoch die zweistellige Führung und ging mit einem 82:66 in den Schlussabschnitt.
Im letzten Viertel eröffnete Malte Delow mit fünf schnellen Punkten in Serie die Entscheidung zum 87:68. Zwar blitzten im deutschen Angriffsspiel nicht mehr alle spielerischen Glanzpunkte auf, doch Treffer von Oscar und Tristan da Silva sowie ein finaler Dreier von Nelson Weidemann zum 97:81 besiegelten den hochverdienten 99:83-Erfolg. Bester Scorer der Begegnung war Dennis Schröder mit 23 Punkten, gefolgt von Oscar da Silva mit 15 Zählern und Isaac Bonga mit 13 Punkten.
Selbstkritische Stimmen und Ausblick auf das Gastspiel in Danzig
Trotz des sechsten Erfolgs im laufenden Qualifikationszyklus überwogen in den Stimmen nach dem Schlusspfiff die selbstkritischen Töne. Isaac Bonga und Maodo Lô betonten gleichermaßen, dass die Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit zu viele einfache Würfe zugelassen habe und die eigene Balance zwischen druckvoller Offensive und stabiler Verteidigung weiter verbessern müsse. Viel Zeit zum Einstudieren bleibt dem Team nicht: Bereits am kommenden Sonntag, den 30. August 2026, reist die deutsche Auswahl zum nächsten Qualifier ins polnische Danzig, wo die Partie ab 14:30 Uhr live bei MagentaSport übertragen wird.
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