Taten sich schwer: DBB Damen kurz vor der Heim-WM

(c) Sebastian Sendlak

Zuletzt geändert: 28. August 2026Von

DBB-Damen offenbaren bei knapper 62:63-Pleite gegen die Türkei gravierende Mängel

Wenige Tage vor dem Eröffnungsspiel des FIBA Women’s Basketball World Cup 2026 in Berlin hat die deutsche Frauen-Nationalmannschaft einen herben Dämpfer kassiert. Im dritten und letzten offiziellen Testspiel der WM-Vorbereitung unterlag die Auswahl von Bundestrainer Olaf Lange in Köln der Türkei denkbar knapp mit 62:63. Es war die dritte Niederlage im dritten Vorbereitungsspiel, doch weitaus schwerer als das reine Resultat wiegt das Zustandekommen: Trotz phasenweiser Führung zeigte die Mannschaft einen über weite Strecken schwachen und fehlerbehafteten Auftritt, der mit Blick auf das am 4. September beginnende Heimturnier große Sorgenfalten hinterlässt.

Vielversprechende Phasen verpuffen: Vorübergehende Zehn-Punkte-Führung zur Halbzeit

Dabei begann die Begegnung vor heimischem Publikum zunächst ordentlich. Bundestrainer Lange setzte auf eine Starting Five um Alexis Peterson-Smalls, Alexandra Wilke, Emma Eichmeyer, Luisa Geiselsöder und Lina Sontag. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase, in der Geiselsöder und Marie Gülich die Akzente setzten, sicherte sich Deutschland zum Ende des ersten Viertels eine 19:17-Führung. Im zweiten Spielabschnitt schien die DBB-Auswahl das Geschehen sogar fest im Griff zu haben: Distanztreffer von Eichmeyer und Emily Bessoir sowie gelungene Einzelaktionen von Peterson-Smalls schraubten das Resultat auf 30:20. Dank konzentrierter Defensiv-Rebounds ging das deutsche Team mit einem scheinbar komfortablen 40:30-Vorsprung in die Halbzeitpause.

Einbruch im dritten Viertel: Ballverluste und fehlende Reife gegen die gegnerische Presse

Was nach dem Seitenwechsel folgte, offenbarte jedoch die tief sitzenden strukturellen Baustellen im deutschen Spiel. Sobald die Türkinnen defensiv den Druck erhöhten und auf eine aggressive Ganzfeldpresse umstellten, verlor das DBB-Team vollkommen den Faden. Es zeigten sich massive Probleme im Spiel mit und ohne Ball. Das Freilaufverhalten stockte, Pässe wurden unpräzise gespielt und die türkische Verteidigung hatte im zweiten Durchgang erschreckend wenig Mühe, einfache Steals zu generieren und daraus leichte Fastbreak-Punkte zu erzielen. Binnen weniger Minuten schmolz der Vorsprung dahin, und nach einem 44:32-Zwischenstand gab Deutschland das Heft komplett aus der Hand. Einzig zwei Blocks der jungen Clara Bielefeld verhinderten einen noch deutlicheren Rückstand, ehe es mit einem 47:49-Rückstand in den Schlussabschnitt ging.

Dramatische Schlussphase und bittere Erkenntnisse für die Heim-Weltmeisterschaft

Im vierten Viertel bäumte sich die deutsche Auswahl noch einmal kurz auf. Angeführt von Topscorerin Alexandra Wilke (15 Punkte) und Luisa Geiselsöder (13 Punkte) drehte Deutschland das Spiel wieder zu einer 60:53-Führung. Doch anstatt Ruhe und Kontrolle zu bewahren, führten erneute unnötige Ballverluste und eine hohe Foulbelastung zum nächsten Kollaps. Die Türkinnen nutzten die Konzentrationsschwächen eiskalt aus und drehten die Partie erneut. Zwar verkürzte Lina Sontag 20 Sekunden vor dem Ende auf 62:63, doch im letzten Ballbesitz fehlte dem deutschen Angriff die nötige Durchschlagskraft und spielerische Klarheit, um den entscheidenden Wurf zu verwandeln.

Während Bundestrainer Lange die Begegnung im Anschluss als guten Test einstufte und Aufbauspielerin Wilke vor allem die Ballverluste im dritten Viertel als Knackpunkt benannte, lässt sich der Gesamteindruck nicht schönreden. Sollte die deutsche Mannschaft diese Anfälligkeit gegen druckvolle Abwehrreihen und die fehlende Balance im Aufbauspiel nicht schleunigst abstellen, droht bei der nun anstehenden Weltmeisterschaft vor heimischer Kulisse ein bitteres Erwachen. Mit einer derart fehlerhaften Spielausrichtung dürfte gegen internationale Spitzenkaliber wie den WM-Auftaktgegner Spanien am 4. September in Berlin kaum ein erfolgreicher Turnierverlauf möglich sein.

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